Start Nachrichten AMD „Renoir-X“: Ryzen-CPUs für günstige Desktop-PCs

AMD „Renoir-X“: Ryzen-CPUs für günstige Desktop-PCs

16
0


Die von AMD lange vernachlässigte Prozessorklasse um die 100 bis 150 Euro soll mit der CPU-Familie Renoir-X Zuwachs erhalten. Gerüchten zufolge handelt es sich dabei um eine Neuauflage der bisherigen Ryzen-4000G-Modelle aus der Zen-2-Familie, allerdings ohne funktionstüchtige integrierte Grafikeinheit. Die CPUs würden mit Intels Core-i3-Prozessoren konkurrieren, die als F-Version ohne GPU besonders günstig sind – der Core i3-12100F etwa kostet als Tray-Version (ohne Herstellergarantie, aber mit Gewährleistung) keine 100 Euro.

Das Mitglied „Enthusiastic Citizen“ verschiedener chinesischer Foren schrieb kürzlich, dass die Vorstellung von Renoir-X weiterhin geplant ist – Gerüchte zur Baureihe kursieren schon seit Monaten. Denkbar wären drei Modelle mit vier bis acht CPU-Kernen in Form des Ryzen 7 4700, Ryzen 5 4600 und Ryzen 3 4300 für die AM4-Plattform. „Enthusiastic Citizen“ veröffentlichte schon mehrfach frühe Testergebnisse und Bilder von noch nicht vorgestellter Hardware, scheint also gute Kontakte zu haben.

Schon im Oktober 2021 merkten wir an, dass AMD im Preisbereich von 200 Euro und weniger kein einziges attraktives Angebot mehr hat. Damals stieg der Ryzen 5 3600 mit sechs Zen-2-Rechenkernen derart stark im Preis, dass er es nicht mehr mit Intels Konkurrenz wie dem Core i5-10400F aufnehmen konnte.

Inzwischen hat sich die Situation aus AMD-Sicht weiter verschlechtert: Intel hat die CPU-Familie Alder Lake alias Core i-12000 vorgestellt und damit das komplette Portfolio erneuert. Der Vierkerner Core i3-12100(F) setzt sich im Singlethreading-Test des Render-Benchmarks Cinebench R23 mit knapp 1700 Punkten bereits vor AMDs Ryzen 5 5600X (knapp 1600) und Ryzen 5 5600G (gut 1500). Immerhin im Multithreading-Test können sich die AMD-Modelle mit 10.500 bis 11.000 zu circa 8500 Punkten absetzen.

Wer die zusätzlichen CPU-Kerne benötigt, bekommt Intels Sechskerner Core i5-12400F allerdings schon ab 185 Euro, den Core i5-12400 mit funktionierender GPU ab 210 Euro. Diese Prozessoren schaffen im Multithreading-Test des Cinebench R23 fast 12.000 Punkte. AMDs Zen-3-Sechskerner sind nicht nur langsamer, sondern kosten auch mindestens 230 Euro.

Da Renoir und folglich auch Renoir-X aufgrund der älteren Zen-2-Architektur in Kombination mit nur 8 MByte Level-3-Cache noch langsamer ist als die 5000er-Serien, hat es die Neuauflage schon vor ihrer Vorstellung schwer gegen Intels Alder-Lake-Familie. Dafür sollten die AMD-Prozessoren in der Fertigung recht günstig sein.


(mma)

Zur Startseite



Quelle

Vorheriger ArtikelFrontalangriff auf eine Ikone: Der BBC soll es an den Kragen gehen
Nächster ArtikelNotstrom ohne Lärm: Powerstations mit Akku & Steckdose

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein