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Anleitung: Wie Sie ein Audio-Netzteil reparieren

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Immer dreht sich alles nur ums Einkaufen – sei es zu Black Friday, Weihnachten oder Ostern. Doch wieso nicht einfach mal Reparieren und Weiterverwenden statt immer Neues zu kaufen? Darum dreht sich unsere Artikelserie „Reparieren und Upcycling“.

Die Stromversorgung ist die Achillesferse jedes elektronischen Geräts. Fehler im Netzteil führen deshalb meist zum Totalausfall, bei Audiogeräten machen sich altersschwache Bauelemente dort auch oft durch ein starkes Brummen bemerkbar. In CD-Playern und ähnlichem kann sich eine unsaubere Stromversorgung in einem Ausfall der Gerätesteuerung äußern. Die Digitaltechnik zeigt ab einem gewissen Punkt keinerlei Reaktion mehr. Deshalb muss so ein Gerät keineswegs sofort auf den Schrott. Ein Blick in das Gehäuse schadet nichts – schließlich kann man sich später immer noch für die Entsorgung entscheiden. Doch mit ein wenig Know-How, dem richtigen Blick und einem systematischen Vorgehen sind Netzteilfehler oft schnell aufgespürt und behoben, sodass eine Neuanschaffung erspart bleibt.







Im Folgenden beschreiben wir den Aufbau klassischer Netzteile, wie sie in älteren Audio-Geräten vorkommen. In neueren Geräten sorgen meist modernere Schaltnetzteile für den nötigen Strom, die wir hier nicht im Speziellen behandeln wollen. Viele der besprochenen Bauteile haben sie aber gemeinsam, sodass man mit dem hier vermittelten Wissen auch in neueren Geräten auf Fehlersuche gehen kann.

Das erwähnte Brummen kann allerdings auch andere Ursachen haben wie Einstreuungen oder Erdschleifen. Um derartiges auszuschließen, sollte man alle Audio-Verbindungen trennen und die Geräte separat an ihrem Kopfhörerausgang prüfen. Ist dort bei einer einzelnen Komponente ein deutliches Brummen zu hören, so scheidet eine Erdschleife jedenfalls aus und steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Fehler im Netzteil zu finden ist.

Zeitaufwand: 1–2 Stunden je nach Fehler

Löten: leichte bis mittlere Lötarbeiten

Messen: Multimeter, Oszilloskop, ESR-Tester

Elektronik: Grundkenntnisse erforderlich

Verfolgt man den Weg, den die Elektroenergie von der Steckdose durch das Netzteil bis zu dessen Ausgang nimmt, so finden sich folgende Baugruppen hintereinander: Der Anschluss der Eingangsspannung aus dem Netz (230 Volt) mit einer Sicherung gegen Kurzschlüsse und Überlastung, ein Transformator zur Umwandlung der Netzspannung in niedrigere Spannungen, eine Gleichrichter-Schaltung und am Ende größere Kondensatoren zur Glättung der Gleichspannung. Nach der Siebung erfolgt manchmal noch eine Stabilisierung oder eine DC/DC-Wandlung zur Erzeugung weiterer Hilfsspannungen.



Spannungstransformation, Gleichrichtung, Glättung und Stabilisierung im konventionellen Netzteil-Prinzip-Schaltbild.

Aufgrund der anliegenden Netzspannung besteht bei Arbeiten am geöffneten Netzteil bei angeschlossenem Netzkabel Lebensgefahr. Grundsätzlich sollte die Fehlersuche deshalb bei getrennter Netzverbindung erfolgen, also: Stecker raus! Ob an den einzelnen Baugruppen die jeweils notwendige Spannung anliegt, lässt sich freilich nur überprüfen, wenn man das Gerät an der Netzspannung betreibt. Dabei muss man einige Vorsichtsmaßnahmen unbedingt beherzigen. Zunächst sollte man keinerlei Schmuck tragen oder Uhren mit Metallarmband, weil sie das Risiko, versehentlich mit spannungführenden Teilen in Berührung zu kommen, stark erhöhen und zudem den Widerstand an der Haut verringern und die Gefahr damit erhöhen. Am sichersten wäre es, den Testbetrieb über einen Trenntrafo zu bewerkstelligen, der allerdings selten zur Verfügung stehen dürfte.

Einen guten Schutz vor den Gefahren eines Stromschlages bieten aber auch schon im Baumarkt erhältliche Fehlerstrom-Schutzschalter (FI-Schalter). Je geringer der Auslösestrom (FI) in Milliampere, desto besser. Es gibt solche Schutzschalter auch fertig in Steckdosenleisten eingebaut im Elektrofachhandel. Ihr Einsatz ist dringend anzuraten.

Bei einem komplett ausgefallenen Gerät gilt der erste Blick der Schmelzsicherung. Auch wenn ein Defekt nicht sichtbar ist, sollte man sie herausnehmen und auf Funktion prüfen. Wenn das Multimeter im Widerstandsmessbereich Null Ohm anzeigt oder der Durchgangsprüfer piept, ist die Sicherung noch in Ordnung.



Falls kein Durchgang vorhanden sein sollte, muss man die Sicherung ersetzen. Neben dem Nennstrom, bei dem die Sicherung auslöst, unterscheidet man zwischen superflinken (FF), flinken (F), mittelträgen (M), trägen (T) und superträgen (TT) Sicherungen. Es muss unbedingt ein identischer Typ sein. Wenn das Gerät einen Fehler hat, führt eine zu hoch ausgelegte Sicherung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Totalschaden des Gerätes – von überbrückten Sicherungen ganz zu schweigen.



Zur Eingrenzung von Kurzschlüssen werden die Verbindungen zu den nachfolgenden Baugruppen aufgetrennt. Wenn Steckverbinder vorhanden sind, dann ist das Ganze schnell erledigt, sonst muss man zu Messer oder Lötkolben greifen.

Ersatz besorgt man am besten gleich im Zehnerpack, das ist nicht nur günstiger, sondern erspart auch Frust, wenn im weiteren Verlauf die Sicherung erneut durchbrennt. Das ist auch ein Zeichen dafür, dass in der nachfolgenden Schaltung ein Defekt vorliegt. Nun muss man etwas tiefer in die Materie einsteigen.

Finden sich an den Bauteilen keine Defekte, sind vermutlich eine oder mehrere kalte Lötstellen die Fehlerursache. Da diese nur sehr schwer zu finden sind, ist es einfacher, alle Lötstellen auf Verdacht nachzulöten.




In manchen Geräten liegen auch hinter dem Trafo noch Spannungen von 48 Volt oder höher an. Unter ungünstigen Schwierigkeitsgrad Bedingungen stellen sie für den Menschen eine Gefahr dar.


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