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Asus Vivobook 13 Slate im Test: Windows-Tablet mit OLED-Display

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In Verbindung mit einer Tastatur zum Anstecken, die meistens ein Teil der Schutzhülle darstellt, wandeln sich die kleinen Touch-Computer in kompakte 2-in-1-Notebooks. Diese Kategorie nennt man auch Detachable – der englische Begriff für „abnehmbar“. Diese Gerätekategorie verbindet Mobilität und Flexibilität mit der Produktivität eines Windows-PCs.


Was vollwertige Tablets mit Windows anging, führte lange Zeit kein Weg am Microsoft Surface Pro 8 oder Surface Pro 7 (Testbericht). Konkurrenten wie Lenovo beschränkten sich mit dem Ideapad Duet 3 auf preiswerte, aber leistungsschwache Geräte. Hersteller wie Asus boten in diesem Bereich vordergründig High-End-Modelle an, etwa den Asus Rog Flow Z13. Mit dem Asus Vivobook 13 Slate gibt es jetzt ein Tablet mit Windows 11 und OLED-Display, das zu Preisen von unter 600 Euro erschwinglich ist. Ähnliche Features in einem erschwinglichen Paket bietet zudem das Huawei Matebook E (Testbericht). Wir zeigen in diesem Test, wie gut sich das Vivobook 13 Slate OLED als 2-in-1-Laptop im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.

























Auf den ersten Blick unterscheidet das Vivobook 13 Slate OLED wenig von anderen Geräten dieser Art. Das Tablet fällt allerdings ein wenig größer aus als das Microsoft Surface 8 Pro oder Huawei Matebook E (Testbericht). Die Abmessungen betragen 31 x 19 x 0,8 cm, damit ist es rund 1 cm weniger hoch und fast 2 cm breiter als das Surface 8 Pro. Das liegt vorwiegend am Bildformat von 16:9 im Vergleich zu 3:2 beim Microsoft-Tablet. Dadruch wirkt das Vivobook 13 Slate OLED ziemlich schmal. Beim Matebook E kommt ein kleineres Display im Format 16:10 zum Einsatz. Mit einem Gewicht von 785 g ist es rund 85 g schwerer als das Huawei-Tablet, aber 140 g leichter als das Surface Pro 8.


Optisch nimmt das Vivobook 13 Slate einige schicke und kantige Elemente auf, wie man sie von Laptops der Vivobook-Reihe her kennt. Dazu gehören feine Lüftungsschlitze seitlich im Rahmen. Markant ist zudem ein geriffeltes Element in Mittelgrau auf der Oberseite der Rückseite mit dem neongrünen Schriftzug „Wow the World“. Rechts davon befindet sich die eben aufliegende Hauptkamera. Die Webcam vorne ist im Displayrahmen eingebettet. Dieser wirkt ober- sowie unterhalb des Screens recht breit. Links und rechts fällt die Begrenzung ums Display hingegen deutlich schmaler aus.


Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der kurzen linken Seite: Dazu gehören zwei USB-C-Slots sowie ein 3,5-mm-Klinkenausgang und ein Micro-SD-Kartenleser. Die Lautstärkewippe liegt auf der rechten Seite. Der Power-Button samt integrierten Fingerabdrucksensor ist rechts oben auf der langen Oberkante. Das Gehäuse ist aus Aluminium und hinterlässt einen wertigen Eindruck ohne störende Spaltmaße. Der Druckpunkt der Knöpfe ist zudem fest. Weniger gut verarbeitet wirkt die Tastatur zum Anstecken sowie die Abdeckung für die Rückseite aus Kunststoff mit ausklappbarem Standfuß. Beide hinterlassen einen etwas wackligen Eindruck. Eine Beleuchtung bietet die Tastatur nicht, das Touchpad macht aber einen soliden Job.

























Wer jetzt einen Core-Prozessor von Intel erwartet hätte, dürfte enttäuscht werden. Als Antrieb dient bei Vivobook 13 Slate ein Intel Pentium Silver N6000. Der Quad-Core-SoC („System-on-a-Chip“) mit bis zu 3,3 GHz kommt üblicherweise in preiswerten Notebooks zum Einsatz. Die CPU ist einem Intel Core i3-1110G4 leicht, einem Intel Core i5-1130G7 sogar deutlich unterlegen. Das belegt der Benchmark aus PCmark 10: Das Vivobook 13 Slate erreicht hier knapp 2800 Punkte. Das Huawei Matebook E (Testbericht) mit Core i5-1130G7 kommt auf über 4000 Punkte, Laptops wie das Lenovo Yoga Slim 7 (Testbericht) erreichen mit der CPU sogar 4800 Punkte.


Wer das Tablet nur für einfache Office-Anwendungen, für Entertainment oder zum Surfen im Web nutzt, bekommt ausreichend Performance dafür. Ein leichtes Zögern beim Betrieb ist jedoch gelegentlich spürbar. Damit wirkt das Vivobook 13 Slate etwas untermotorisiert. Für Spiele ist es wegen der Intel-Onboard-GPU gänzlich ungeeignet. Der Arbeitsspeicher geht mit 8 GByte für die Preisklasse hingegen in Ordnung. Glücklicherweise verzichtet Asus auf einen Lüfter – wodurch das Gerät gänzlich lautlos arbeitet. Eine gewisse Wärmeentwicklung ist zu spüren, fällt aber nicht übermäßig hoch aus.

























Die Ausstattung kann sich durchaus sehen lassen für den Preis. Die Tastatur wie die Abdeckung mit Standfuß gehören neben dem Stylus Asus Pen 2.0 zum Lieferumfang. Als Anschlüsse dienen zwei USB-C-Anschlüsse, die bereits USB 3.1 sowie Displayport unterstützen. Einen davon belegt allerdings schon das Netzteil. USB-A oder HDMI-Slots gibt es keine. Diese gibt es beim Surface 8 Pro auch nicht mehr, das Matebook E von Huawei muss sogar mit nur einem einzigen USB-C-Anschluss auskommen. Immerhin ist ein 3,5-mm-Klinkenanschluss vorhanden sowie ein Lesegerät für Micro-SD-Karten.


Der interne Speicher beläuft sich auf 128 GByte. Der Datenträger ist hier aber nicht der flotteste. So erreichten wir bei PCmark eine Bandbreite von 100 MByte/Sekunde, was uns im Test knapp über 800 Punkte beschert hat. Zum Vergleich: Das Huawei Matebook E (Testbericht) nutzt eine schnellere SSD mit doppelt so hoher Bandbreite. Durchs heimische Netzwerk surft das Vivobook 13 Slate recht flott dank Support von Wifi-6. Für externe Geräte steht zudem Bluetooth 5.2 zur Verfügung. Im Ein/Ausschalter ist ein Fingerabdrucklesegerät vorhanden, das zuverlässig arbeitet.


Die vordere Webcam bietet 5 Megapixel, die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit 13 Megapixel auf. Die Bildqualität geht in Ordnung und ist ausreichend für Videochats oder gelegentliche Schnappschüsse. Lobenswert sind zudem die Lautsprecher, die Dolby Atmos beherrschen. Das objektbasierte Standard sorgt für einen ausgeprägten Raumklang, den man sonst nur aus dem Kino klingt – vorausgesetzt, die Inhalte unterstützten das auch.


Ein Stylus gehört mit dem Asus Pen 2.0 ebenfalls zum Lieferumfang. Der Stift bietet eine hohe Präzision und einen USB-C-Anschluss zum Aufladen. Allerdings legt Asus nur ein Ladegerät mit USB-A-Anschluss bei. Das bedeutet, man braucht ein zusätzliches Handynetzteil oder einen Laptop mit USB-A, um den Stylus aufzuladen. Das sorgt für Kopfschütteln.

























Kommen wir zur größten Stärke des Vivobook 13 Slate: Der Bildschirm. Asus setzt hier auf OLED-Technologie beim 13,3-Zoll-Display, was bei Laptops und Tablets derzeit noch nicht so häufig zu finden ist. Das sorgt für ausgeprägte Kontraste mit satten und tiefen Schwarzwerten. Die Farbdarstellung ist sehr kraftvoll und lebendig.


Die Auflösung beträgt 1920 x 1080 Pixel, was Full-HD entspricht. Das ist jetzt nicht übermäßig scharf für ein Laptop oder Tablet – höherer Auflösungen finden sich in der Regel aber nur bei deutlich teureren Geräten wie dem Surface Pro 8. Das Huawei Matebook E (Testbericht) kommt immerhin auf eine höhere WQXGA-Auflösung.


Die maximale Helligkeit liegt unseren Messungen nach bei 315 cd/m². Das ist nur ein mittelmäßiger Wert und etwas enttäuschend, da Asus hier Werte von über 550 Nits angibt. Das Matebook E kommt im Vergleich auf über 400 cd/m². Je höher die Helligkeit, desto besser ist das Display auch im Freien abzulesen.

























Der Lithium-Polymer-Akku mit 3 Zellen bietet eine Kapazität von 50 Wh. Das liegt auf Augenhöhe mit dem Surface 8 Pro und übertrifft die Energiequelle beim Matebook E sogar um gut 16 Prozent. Asus verspricht damit eine Laufzeit von über 9 Stunden. Das halten wir nicht für realistisch und haben eher eine Laufzeit von 7 bis maximal 8 Stunden bei mittlerer Displayhelligkeit und aktiver WLAN-Verbindung festgestellt.























Das Asus Vivobook 13 Slate OLED bekommt man bei Onlinehändlern bereits für weniger als 600 Euro. Die UVP liegt bei etwa 749 Euro.

























Das Asus Vivobook 13 Slate ist ein bezahlbares Windows-Tablet, das sich dank mitgelieferter Tastatur zu einem 2-in-1-Laptop wandelt. Besonders hervorzuheben ist das OLED-Display mit toller Bildqualität und leuchtenden Farben. Das gibt es in dieser Form bei Tablets und Laptops noch nicht so häufig. Der Prozessor wirkt jedoch untermotorisiert und erfordert oft ein geduldiges Gemüt. Damit eignet sich das Gerät in erster Linie zum Medienkonsum und zum Surfen sowie für normale Bürotätigkeiten.



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