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Aufgedeckt: 10 Verschwörungstheorien rund um das Weltall

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Das Internet ist voller Mythen und Verschwörungstheorien rund um den Weltraum. Sie reichen von Sichtungen fliegender Untertassen in der Antarktis bis hin zu einem Planeten, der es scheinbar immer wieder versucht, uns auszulöschen.

Wir haben 10 ältere und neuere Verschwörungstheorien aufgelöst. 

1. „Die Mondlandung wurde inszeniert“

Die wohl bekannteste Verschwörungstheorie dreht sich um die Mondlandung, die zwischen 1969 und 1972 stattgefunden hat. Zahlreiche Skeptiker*innen sind der Auffassung, dass die gesamte Apollo-Mission inszeniert war. Dafür sehen sie mehrere Gründe: Auf den Mond-Bildern sind keine Sterne zu sehen, die in den Mondboden gesteckten US-Flaggen flattern und der Schattenwurf ist merkwürdig.

Dafür gibt es simple Gründe. Laut der NASA sind aus dem Grund keine Sterne zu sehen, aus welchem sie auch auf der Erde tagsüber nicht sichtbar sind. Durch das Tageslicht werden sie schlichtweg „weggedimmt“. Die Flaggen hingegen seien mit Metallstangen bestückt worden. Diese wurden in den Stoff so eingenäht, dass sie eine Bewegung simulieren. Der Grund dafür war rein ästhetisch: Auf dem Foto sollte die Flagge der US-Amerikaner nicht unspektakulär und unerkenntlich herunterhängen. 

Irritierend ist für viele auch der nicht parallel zueinander verlaufende und unterschiedlich lange Schattenwurf verschiedener Objekte auf den Fotos. Viele zweifeln daher an der Sonne als einzige Lichtquelle auf dem Mond und vermuten mehrere Studioscheinwerfer. Der Grund für diesen Schattenwurf liegt in Wahrheit allerdings schlichtweg daran, dass die Mond-Oberfläche uneben ist. Bei einer Erhebung fällt der Schatten demnach verkürzt, bei einer Vertiefung verlängert aus. Je nach Position dieser Struktur kann sich der Richtungsverlauf des Schattens zudem ändern. Wenn außerdem mehrere Scheinwerfer Licht auf die Objekte werfen, wären auch mehrere Schatten in unterschiedlichen Richtungen von diesem Objekt sichtbar.

2. „Erderwärmung wird durch Weltraumaktivitäten verursacht“

Während manche Klimaleugner*innen generell eine Erderwärmung als Schwindel ansehen, glauben andere daran, dass deren Ursache mit den Sonnenaktivitäten, der Weltraumstrahlung und mit der Bewegung von Sonne und Erde um die Milchstraße zusammenhängt. Grundsätzlich gibt es hier tatsächlich auch einen Zusammenhang. „Wir sehen, dass manche Wachstumszyklen von langlebigen Pflanzen – etwa in der sibirischen Tundra  mit den Sonnenfleckenzyklen zusammenhängen. Wahrscheinlich hängte die Wolkenbildung mit dem Ausmaß der atmosphärischen Ionisierung zusammen, die wiederum unter anderem von der Sonnenaktivität reguliert wird“, erklärt Gernot Grömer, Astrophysiker und Direktor des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) der futurezone.

Ihm zufolge reiche das allerdings nicht aus, den menschlichen CO2-Ausstoß und dem damit verbundenen Temperaturanstieg zu erklären. „Wir hatten schon mehrmals in der Erdgeschichte drastische Temperaturveränderungen, wie wir aus den polaren Eisbohrkernen wissen, aber die Geschwindigkeit und die eindeutige Korrelation mit dem menschengemachten Treibhausgasen ist erstmalig“, führt er aus. 

Unter anderem zeigen auch Grafiken der NASA, dass sich die Temperaturen historisch gesehen erst mit der zunehmenden Industrialisierung erhöht haben.

3. „Aliens leben in der Antarktis“

Schon seit mehreren Jahren vermuten Alien-Fans Außerirdische in der Antarktis. Im Jahr 2018 etwa war die UFO-Jägergruppe „Secureteam10“ davon überzeugt, eine fliegende Untertasse bei den Google-Earth-Koordinaten 66°16’24.27″S 100°59’04.700″E entdeckt zu haben. Dabei sticht eine „schwarze Scheibe“ aus dem weißen Eis hervor: Ein verstecktes UFO, war sich die Gruppe sicher. 

Beim Herauszoomen werden allerdings die zahlreichen Schmelzwasser-Pools in der Umgebung sichtbar. Im Gegensatz zu diesen benachbarten Becken ist die „Scheibe“ perfekt rund. Das macht sie auch so mysteriös. „Versteckt“ haben Aliens hier also (leider) nichts. Wäre dies der Fall, wäre das vermeintliche UFO bestimmt schon in die Hände von Forscher*innen geraten und längst nicht mehr auf Google Earth zu sehen.

Im gleichen Jahr will die gleiche Gruppe ein weiteres UFO in Südgeorgien entdeckt haben. Zu sehen war ein längliches Objekt, das bei seinem vermeintlichen Absturz eine lange Spur im Schnee hinterlassen hat. Wissenschaftler*innen zufolge handelt es sich aber um einen Lawinenabgang. Ein Teil des Hängegletschers sei abgebrochen – der große Eisblock dürfte beim Abgang weitergerutscht sein. Heute ist der Brocken nicht mehr auffindbar.

4. „Bauteile auf dem Mars werden aus Astronautenblut erzeugt“

Seit kurzer Zeit zirkuliert ein Mythos, wonach Mars-Stationen einmal aus Astronautenblut gebaut werden sollen. Hintergrund ist ein grundsätzlich seriöses Forschungsprojekt im Bereich 3D-Druck, das medial dramatisiert wurde. Laut Gernot Grömer geht es bei dem Projekt um die Idee, Materialien, die direkt auf dem Mars vorzufinden sind, wie Staub der Marsoberfläche, für Architektur-3D-Drucker zu verwenden. „Um die Materialeigenschaften zu verbessern, kann man sogenannte ,Biocomposites‘ andenken: Dabei wurden biologische Bindemittel im Labormaßstab eingesetzt, um etwa die mechanische Kompressionsfähigkeit an die von Beton anzugleichen“, erklärt der Astrophysiker.

Die Studie wurde 2021 unter dem reißerischen Titel „Blood, sweat and tears: extraterrestrial regolith biocomposites with in vivo binders von Aled Roberts und seinem Team veröffentlicht, wonach durch eine Beimengung von Human-Albumin, das aus Blut- beziehungsweise Harnbestandteilen gewonnen wird, die Kompressionsfähigkeit verdreifacht werden könne.

Wiedergegeben wurden diese materialwissenschaftlichen Tests von der britischen Presse aber unter dem dramatisierten Titel, dass Forscher*innen Mars-Stationen mit Ziegelsteinen aus menschlichem Blut bauen wollen. Laut Grömer entstand „ein Schauermärchen“, das wohl Stoff für Science-Fiction-Horrorfilme liefern könne. 

5. „Die Erde ist eine Scheibe“

Wer die Netflix-Doku über die „Flat Earth Society“ noch nicht gesehen hat, hat grundsätzlich nicht viel verpasst. Denn trotz der zahllosen naturwissenschaftlichen Beweise versuchen Tausende Anhänger*innen durch skurrile Theorien zu beweisen, dass wir auf einer flachen Scheibe leben. Eine davon ist etwa, dass der Horizont immer auf Augenhöhe ist. Das wäre ihrer Auffassung nach nicht möglich, wenn die Erde rund wäre.

Auch gebe es den „Flat-Earthern“ zufolge kein volles Video, auf dem die Drehung der Erde zu sehen ist. Die NASA hat allerdings mehrere Videos veröffentlicht, die mithilfe von Satelliten aufgenommen wurden. Eines ist sogar ein Live-Video von der ISS, die unseren Planeten 16 Mal täglich umrundet.

6. „Planet Nibiru wird Erde zerstören“

Erst 2003, dann 2012, später 2017 und dann wieder 3 Jahre später: Alle paar Jahre kommt die Theorie auf, dass ein Planet namens Nibiru die Erde zerstören soll. Zuletzt wurde im Corona-Jahr auf Facebook ein Video gepostet, in dem ein schnellrotierender Planet zu sehen war. Daneben war ein regenbogenfarbiges, kreisförmiges Objekt sichtbar. Vermutet wurde wieder Nibiru, der uns nun vermutlich wirklich heimsuchen wollte.

Wie zu erwarten ist aber auch dieses Mal nichts passiert. Das Video ist außerdem ein reines CGI-Erzeugnis.

Generell sei der Mythos um Nibiru laut Grömer zu 100 Prozent ein Schwindel. „Manchmal in Verbindung gebracht mit dem ominösen Ende des Maya-Kalenders 2012, das uns unter anderem Roland Emmerichs Blockbuster 2012 bescherte, behauptet die US-Amerikanerin Nancy Lieder 1995 Kontakt mit Außerirdischen vom Stern Zeta Retucili gehabt zu haben. Demnach soll Nibiru durch das Sonnensystem fliegen und einen katastrophalen Polsprung auslösen und damit das Ende der Welt bedeuten“, erklärt der Astrophysiker. 

Weder wurde das astronomisch jemals beobachtet, noch ergebe die Annahme physikalisch Sinn. „Bemerkenswert aber ist, dass sich eine hartnäckige Fangemeinde rund um Nancy Lieder gebildet hat, die natürlich nach wie vor von den Zentaniern mit exklusiven Informationen versorgt wird“, ergänzt Grömer. Astronomisch gesehen sei die Möglichkeit von katastrophalen Einschlägen ihm zufolge zwar grundsätzlich gegeben, etwa durch Objekte des Kuiper-Gürtels jenseits der Neptun-Bahn. „Aber leider sind wir dabei noch auf irdische Überwachungsmethoden angewiesen.“ 

7. „Aliens haben Gesicht auf Marsoberfläche hinterlassen“

1976 hat die NASA-Sonde Viking 1 ein Bild vom Mars aufgezeichnet, auf dem ein Gesicht auf der Planetenoberfläche zu sehen ist. Sofort waren zahlreiche Menschen überzeugt, dass Aliens dieses Gesicht als Beweis ihrer Existenz hinterlassen hätten. Laut der NASA handelt es sich dabei aber lediglich um Gestein, dessen Schattenwurf ein Gesicht formt.

Bilder in einer besseren Auflösung, die später veröffentlicht wurden und vom Reconnaissance Orbiter und Global Surveyor 1998 und 2001 aufgezeichnet wurden, verdeutlichten, dass es sich tatsächlich um ein Licht- und Schattenspiel handelt.

8. „Alien-Satellit umkreist die Erde“

In der Umlaufbahn der Erde soll sich einer hartnäckigen Verschwörungstheorie zufolge ein „Alien-Satellit“ namens „Black Knight“ befinden (nicht zu verwechseln mit dem britischen „Black Knight“-Raketenprogramm in den 1950ern). „Im März 2017 veröffentlichte die Daily Mail einen Zeitungsartikel, wonach ein von einer Alien-Spezies vor 12.000 Jahren entsandter Satellit zur Beobachtung der Menschheit von einer Gruppe von Elitesoldaten der Illuminati abgeschossen wurde“, erzählt Grömer. Der „Satellit“ sei bereits vor mehr als 120 Jahren entdeckt worden, als Nikolai Tesla 1899 den Funkverkehr der Aliens zufällig bemerkt haben soll.

Neuerlich befeuert wurde die Theorie durch die STS-88 Space Shuttle Mission 1998, als die Raumstation gerade im Aufbau war. Dabei wurden Fotos von einem „schwarzen Objekt“, das über der Erde schwebt, von der NASA veröffentlicht.

Die Erklärung: „Der Astronaut Jerry Ross hatte bei Montagearbeiten zwischen den Raumstationsmodulen eine an sich durch eine Leine gesicherte Abdeckfolie für ein Verbindungselement verloren. Leider nichts Spektakuläreres“, sagt Grömer. Die Verschwörungstheorie würde sich durch eine ausgesprochene Hartnäckigkeit auszeichnen. „Wohl auch, weil das entsprechende Foto von 1998 so mysteriös ausgesehen hat.“

9. „Coronavirus kommt aus dem Weltall“

Laut dem „Pseudowissenschaftler“ Chandra Wickramasignhe, wie er in Expertenkreisen bezeichnet wird, sei das Corona-Virus auf einem Kometen entstanden. Ein Stück des Himmelsobjekts sei abgebrochen und direkt über China auf die Erde gefallen. Gemäß dem Astrobiologen Graham Lau sei es allerdings unwahrscheinlich, dass ein Virus der ausgesetzten Strahlung auf solch langer Distanz standhält. Dass er dann auch noch Menschen infizieren kann, sei noch fraglicher. Wickramasinghe habe keinerlei Beweise für seine Idee, so Lau. 

Zudem entsprechen die Informationen, die über das Coronavirus bekannt sind, generell den irdischen Viren. Bestünde es rein theoretisch aus anderen Biomolekülen, die sich von unserem bekannten Leben unterscheiden, könnte es sehr wohl einen Grund geben, Wickramasinghes Theorie weiter zu ergründen und herauszufinden, ob das Virus tatsächlich einen außerirdischen Ursprung hätte. Dem ist aber nicht so. 

Dass biologisches Material auf einem Fels im All überleben kann, ist rein theoretisch sehr wohl möglich. Doch nur, wenn es adäquat vor Strahlung geschützt ist. Einen Einschlag auf der Erde müsste es zusätzlich überleben.

10. „Die NASA ist eine Lüge“

Unter dem Hashtag „NASAhoax“ verbreiten viele Verschwörungstheoretiker*innen die Meinung, alle Bilder vom Mars, Pluto und sogar der Erde seien fake und CGI. Ihnen zufolge habe die NASA nicht das Ziel, den Weltraum zu erforschen, sondern Falschmeldungen rund um den Weltraum zu verbreiten. 

Die NASA wurde in Wahrheit 1958 gegründet, um unter andrem Flugprobleme innerhalb und außerhalb der Erdatmosphäre zu erforschen, wie im National Aeronautics and Space Act aus dem Jahr 1958 festgeschrieben steht. Seitdem wurden Hunderte Satelliten und Raketen in den Weltraum befördert – und natürlich auch Menschen.



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