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Chinesische Amazon-Zulieferer sollen mit Zwangsarbeit von Uiguren zu tun haben

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Eine NGO wirft Amazon vor, hauseigene Produkte von Unternehmen in China herstellen zu lassen, die direkt oder indirekt mit der Zwangsarbeit von Uiguren in Verbindung stehen. Das Tech Transparency Project hat die Unternehmen nach eigenen Angaben auf Amazons eigener Liste mit Zulieferern gefunden. Die sei zuletzt im Sommer des vergangenen Jahres aktualisiert worden, Informationen über die Verbindungen der fünf Unternehmen seien da aber bereits öffentlich gewesen. Der Interessenverband, der „große Technologiekonzerne zur Verantwortung ziehen will“, kritisiert außerdem, dass auf der Liste über ein Jahr ein Unternehmen stand, gegen das die US-Regierung Sanktionen verhängt hat.

Das Tech Transparency Project beruft sich in seinem Report auf Medienberichte, etwa der Washington Post. Einige der kritisierten Amazon-Zulieferer hätten demnach Hunderte oder gar Tausende Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen aus der chinesischen Region Xinjiang ausgebeutet. Andere seien Tochterfirmen von Unternehmen, denen das vorgeworfen wird. Was die Firmen für Amazon herstellen, geht aus dem Bericht nicht hervor, das liste auch der US-Konzern nicht auf. Erwähnt wird aber noch der Fall des Textilherstellers Esquel, gegen den die US-Regierung wegen der Verwicklung in Zwangsarbeit im Juli 2020 Sanktionen verhängt habe. Tochterfirmen habe Amazon aber noch im Dezember 2021 als Zulieferer aufgelistet.

Gegenüber NBC ist Amazon nicht auf konkrete Vorwürfe aus dem Bericht eingegangen und hat lediglich versichert, sich jeweils an die lokalen Gesetze zu halten. Man erwarte das auch von den Zulieferern. Vorwürfe zu angeblichen Menschenrechtsverletzungen nehmen man ernst und sobald man Beweise erhalte, unternehme man etwas. Das Tech Transparency Project schreibt derweil weiter, dass auf dem Marktplatz von Amazon auch Angebote von Produkten aus Baumwolle aus Xinjiang gefunden wurden. Auch die wird mit der Zwangsarbeit in Verbindung gebracht. Bei einem Beispiel sei der Verweis auf Xinjiang entfernt worden, ohne dass sich sonst etwas an dem Angebot geändert hat.

Das chinesische Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren in Xinjiang und die Verstrickung westlicher Konzerne darin, ist seit einigen Wochen wieder ein größeres Thema in den USA. Dort gilt seit Ende Dezember der Uyghur Forced Labor Prevention Act, mit dem verhindert werden soll, dass US-Unternehmen die Zwangsarbeit finanziell unterstützen. In der westchinesischen autonomen Region geht die Volksrepublik seit Jahren massiv gegen das muslimische Volk vor, Hunderttausende sind in sogenannten „Umerziehungslagern“ eingesperrt, andere müssen für chinesische Unternehmen arbeiten. Teilweise ist von einem Völkermord die Rede.


(mho)

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