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CIOs müssen die IT „neu vorstellen“

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Unternehmen reißen nicht gerade ihre Kassen auf, aber die IT-Ausgaben werden nächstes Jahr steigen. Gartner prognostiziert einen Anstieg von 3,9 Prozent auf 2,7 Billionen US-Dollar, von 2,6 Billionen US-Dollar in diesem Jahr. Das Analystenhaus hatte für 2011 ein Ausgabenwachstum von 5,9 Prozent erwartet, und das ist nicht der Fall.

Wichtig ist jetzt weniger, wie viel ausgegeben wird, sondern wo. Soziale Medien, Cloud Computing und Virtualisierung sind disruptive Technologien, die IT-Abteilungen und Unternehmensleiter zwingen, die Technologieakzeptanz neu zu bewerten. Dann gibt es die unerbittlichen, anhaltenden Auswirkungen des globalen Abschwungs. Gartner behauptet, dass immer mehr Unternehmen die IT zu einer wettbewerbsfähigen Geschäftspriorität machen – und das beeinflusst, wer die Entscheidungen trifft und wie Technologieinvestitionen zu Umsatz und Gewinn passen.

„Die Zeiten, in denen die IT der passive Beobachter der Welt war, sind vorbei“, sagt Peter Sondergaard, Leiter der globalen Forschung bei Gartner. „Die globale Politik und die Weltwirtschaft werden von der IT geprägt. Die IT ist ein wesentlicher Treiber des Unternehmenswachstums. Zum Beispiel werden in diesem Jahr 350 Unternehmen jeweils mehr als 1 Milliarde US-Dollar in die IT investieren.“

Er betont: „Sie tun dies, weil sich die IT auf ihre Geschäftsleistung auswirkt. Damit der IT-Leiter in dieser Umgebung erfolgreich sein kann, müssen IT-Leiter von vorne her führen und die IT neu denken. IT-Leiter müssen das postmoderne Geschäft, ein Unternehmen, annehmen angetrieben von Kundenbeziehungen, angetrieben durch die Explosion von Informationen, Zusammenarbeit und Mobilität“.

Sondergaard identifiziert vier Technologien, die IT-Organisationen zu Veränderungen zwingen: Cloud Computing, Informationsfragmentierung, Mobilität und soziale Medien. „Diese Kräfte sind für sich genommen innovativ und disruptiv, aber zusammengenommen revolutionieren sie Wirtschaft und Gesellschaft.“

Nehmen Sie zum Beispiel soziale Medien. Facebook und Twitter wurden 2006 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. YouTube startete im November 2005. Während es Social Media über Bulletin Boards, Foren, Instant Messaging und dergleichen schon seit Jahren gibt, ist die große Welle von Social Media-Diensten und -Apps größtenteils weniger als fünf Jahre alt alt.

Laut Gartner nutzen 1,2 Milliarden Menschen – das sind 20 Prozent der Weltbevölkerung – soziale Netzwerke. „IT-Führungskräfte müssen sofort Social-Software-Funktionen in ihr gesamtes Unternehmenssystem integrieren“, sagt Sondergaard.

Das sich schnell ändernde Tempo bedeutet, dass IT-Organisationen und die sie unterstützende Unternehmensführung etwas tun müssen, gegen das sie sich lange gewehrt haben: Mehr Risiken eingehen. „Niemals Risiken einzugehen bedeutet, dass Sie berechenbar und ein leichtes Ziel für Ihre Konkurrenz sind“, sagt Tina Nunno, Gartner-Stipendiatin. „Bemühen Sie sich, kalkulierte Risiken einzugehen und sowohl Ihr Unternehmen als auch die Konkurrenz zu überraschen“.

Risiko bedeutet, grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie Unternehmen IT betreiben und betrachten, vorzunehmen. „Im postmodernen Geschäft hat Ihr Unternehmen keine Mauern. Es muss überall sein“, sagt Daryl Plummer, Gartner-Stipendiat. „Es wird ein virtuelles und fließendes Geschäft sein, das sich mit dem Wandel der Kunden ändert. Im postmodernen Geschäft vergisst man Begriffe wie ‚Geschäftsarchitektur‘ und umarmt Sätze wie ‚Kundenfreude‘, ‚Kundenbeteiligung‘ und ‚Kundennähe‘ ‚“.

Dort spielen Social Media eine zentrale Rolle, aber auch der breitere Vorstoß in die Cloud. „Was Supply-Chain-Modelle mit der Fertigung gemacht haben, ist das, was Cloud Computing mit internen Rechenzentren macht“, sagt Sondergaard. „Es ermöglicht den Menschen, dort zu optimieren, wo sie über differenzierte Fähigkeiten verfügen.“

Gartner bezeichnet Public Cloud als eines der „heißesten Themen in der IT“. Die Ausgaben für öffentliche Cloud-Dienste wachsen viermal schneller als die gesamten IT-Ausgaben. Gartner prognostiziert, dass dieses Jahr 89 Milliarden US-Dollar ausgegeben werden und 2015 177 Milliarden US-Dollar.

Unterdessen ist Mobilität nicht nur heiß, sondern setzt ein rasantes Tempo voraus, mit dem viele IT-Organisationen nicht mithalten können. Daher geht es bei der sogenannten Consumerization der IT genauso um Mobile wie um alles andere. Medien-Tablets und Smartphones sind äußerst disruptive Technologien, die IT-Abteilungen verwalten und nutzen müssen. Gartner prognostiziert, dass der Verkauf von Media-Tablets bis 2016 900 Millionen erreichen wird, gegenüber 20 Millionen im Vorjahr. Perspektivisch ist dies mehr als das 2,5-fache der aktuellen Rate für PCs und fast so viel wie die gesamte Windows-PC-Installationsbasis.

„Bis 2015 werden die Zahl der Entwicklungsprojekte für mobile Anwendungen für Smartphones und Tablets um 4 zu 1 größer sein als die Zahl der PC-Projekte“, sagt Hung LeHong, Research Vice President von Gartner. „Der PC ist nicht länger König. Die IT muss Teil der Gestaltung dieser Zukunft sein. Die Dinge sollten so einfach sein, dass die Leute auf jedem Gerät tun können, was sie tun müssen.“

Sondergaard prognostiziert: „Bis 2014 werden 60 Prozent der IT-Organisationen private App-Stores einsetzen. Die Anwendungen selbst werden neu gestaltet – sie werden kontextfähig und verstehen die Absichten des Benutzers automatisch. Mobile Computing ist nicht nur der Desktop auf einem Computer Handheld-Gerät. Die Zukunft des mobilen Computing ist kontextbezogenes Computing“.

Ist Ihr Unternehmen, Ihre Regierung oder Ihre Organisation bereit, die IT den Anforderungen von Gartner entsprechend neu zu gestalten? Oder sehen Sie, wie die Analystenfirma den gleichen „IT muss sich jetzt ändern, sonst“ Rauch versprüht, den es seit Jahrzehnten gibt?

Bildnachweis: cybrain/Shutterstock



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