Start Cloud Die Evolution der Cloud im Unternehmen

Die Evolution der Cloud im Unternehmen [Q&A]

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Wolke

In den letzten Jahren hat die Cloud die Art und Weise, wie wir alle Daten speichern, und in vielen Fällen auch die Art und Weise, wie wir Software ausführen, erheblich verändert.

Aber welche Auswirkungen hat die Cloud aus Unternehmenssicht auf traditionelle Rechenzentren gehabt und wie entwickelt sie sich weiter? Wir sprachen mit Saviz Izadpanah, Chief Technology Officer von HighQ — das Cloud-Collaboration- und Content-Publishing-Dienste für weltweit führende Anwaltskanzleien, Rechtsabteilungen von Unternehmen und Banken bereitstellt, um dies herauszufinden.

BN: Was war der größte Einfluss der Cloud auf Unternehmen?

SI: Dies hat dazu geführt, dass ein großer Teil der Unternehmenstechnologie aus der traditionellen internen IT-Abteilung zu Cloud-Anbietern verlagert wurde, entweder über Infrastructure-as-a-Service oder Software-as-a-Service.

Der Wechsel in die Cloud hat für Unternehmen zahlreiche Vorteile: Er ist kostengünstiger, da Unternehmen weniger interne Infrastrukturadministratoren benötigen und Systemsupport und -wartung auslagern können. Systeme sind oft zuverlässiger, da Cloud-Anbieter strikte Service-Level-Agreements mit Kunden einhalten müssen.

Eine schnelle und kostengünstige Skalierbarkeit ist ebenfalls ein großer Vorteil und hat für Unternehmen, die die Cloud nutzen, einen großen Unterschied gemacht. Für Cloud-Anbieter ist es viel schneller, 50 virtuelle Maschinen per Knopfdruck hinzuzufügen, als für ein internes IT-Team, das physische Server hinzufügt.

BN: Was sind die größten Hindernisse für die Cloud-Einführung?

SI: Datensicherheit ist für einige Unternehmen ein Anliegen. Es kann ein Mangel an Vertrauen in die Sicherheitsinfrastruktur von Drittanbietern geben, und einige Unternehmen fühlen sich wohler, wenn ihre Daten vor Ort gehostet werden, da sie das Gefühl haben, dass die Sicherheit in ihrer Kontrolle liegt.

Dies ist jedoch nicht unbedingt der Fall, denn Cloud-Anbieter sind im Umgang mit Datensicherheit oft viel besser gerüstet, da sie strenge Vorschriften einhalten müssen, um ihren Kunden das Hosting zu bieten.

Ein weiteres Hindernis sind die sich ständig ändernden Regeln zur Datenhoheit. Sofern ein Cloud-Anbieter keine Hosting-Standorte in den entsprechenden Rechtsordnungen hat, ist es schwierig, an Branchen zu verkaufen, die diese Flexibilität nicht haben.

Extrem risikoscheue Branchen wie Recht und Finanzen verlangen, dass ihre Daten in bestimmten Rechtsordnungen gespeichert werden, was von bestimmten Cloud-Anbietern nicht immer garantiert werden kann.

BN: Viele Leute halten die Cloud für das Ende des Rechenzentrums, aber stimmt es nicht, dass Rechenzentren die Cloud erst möglich machen?

SI: Ja, absolut, jeder Cloud-Dienst muss in einem Rechenzentrum gehostet werden. Rechenzentren werden nie sterben, sie werden weiter wachsen. IaaS- und SaaS-Unternehmen müssen weiterhin Rechenzentren nutzen, aber die einzige Änderung könnte darin bestehen, wer diese Zentren besitzt.

Da Amazon, Microsoft und Google damit beginnen, ihre eigenen Rechenzentren aufzubauen, könnten Nutzer, die traditionell unabhängige Rechenzentren nutzen, in Zukunft stattdessen zu diesen Mega-Anbietern gehen.

Ein Jahrzehnt im Voraus, da immer mehr Unternehmen der Cloud vertrauen und keine Kontrolle über Hardware oder Sicherheit haben wollen, sehe ich die einzigen Rechenzentren im Besitz von Amazon, Microsoft und Google.

Für kleinere Rechenzentrumsanbieter wird dies jedoch nicht unbedingt das Ende bedeuten, da sie damit begonnen haben, auch IaaS-Dienste anzubieten.

BN: Ist die Skalierbarkeit der Cloud nicht nur eine Einladung, mehr Daten zu speichern, von denen viele vielleicht nie genutzt werden?

SI: Ja — aber nur, wenn diese Daten nicht verwendet werden. Mit der Einführung von Big Data besteht ein enormes Potenzial für die Gewinnung großer Mengen an Erkenntnissen und Business Intelligence aus diesen enormen Datenmengen, die uns zur Verfügung stehen.

Bei HighQ verwenden wir beispielsweise einen Dienst namens Splunk, in dem wir unsere Protokolldaten speichern (keine Kundendaten); Terabyte davon. Auf diese Weise können wir analysieren, wie unsere Plattform genutzt wird, was für unser Produkt-Roadmap-Team bei der Planung neuer Releases hilfreich ist.

Wir können Leistungsdaten analysieren, um festzustellen, ob es Leistungsprobleme gibt, die wir beheben müssen. Wir können auch historische Daten anzeigen, um zu sehen, was sich im Laufe der Zeit geändert hat.

BN: Sehen manche Unternehmen die Cloud als Chance, Verantwortung für Dinge wie Sicherheit und Penetrationstests abzuwälzen?

SI: Ja, das tun sie. Dies ist ein echter Vorteil der Cloud, solange das Unternehmen, zu dem Sie ausgelagert haben, nachweisen kann, dass es die richtigen Sicherheits- und Penetrationstests durchgeführt hat.

BN: Werden wir Sicherheits- und Datenschutzbedenken sehen, die Unternehmen zu mehr privaten Clouds führen?

SI: Das bleibt abzuwarten. Es hängt davon ab, ob es weitere hochkarätige Verstöße gegen die Public Cloud gibt. In diesem Fall könnten mehr Unternehmen in die Private Cloud oder sogar On-Premise wechseln.

Auf der anderen Seite könnten Unternehmen bei Verstößen gegen die Private Cloud entscheiden, dass die Public Cloud sicherer ist. Es ist unmöglich vorherzusagen.

BN: Woher kommt die nächste Phase des Cloud-Wachstums?

SI: Cloud-basierte Sicherheitsdienste sind auf dem Vormarsch. Da Unternehmen beginnen, Big-Data-Lösungen aggressiver zu nutzen und ihr Vertrauen in Cloud-Dienste aufzubauen, wird die Nutzung von Cloud-Sicherheitsdiensten zunehmen.

Ein Wachstumsbereich könnten insbesondere DDOS-Scrubbing-Dienste sein. Diese Dienste überprüfen alle Daten, die über ihre Cloud-Dienste an Ihr Rechenzentrum gelangen, und werden im Falle von Hackern oder DOS-Angriffen bereinigt.

Bildnachweis: alles möglich / Shutterstock



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