Start Apple Die letzte große Sache von Steve Jobs bereitet Apple die größten Kopfschmerzen

Die letzte große Sache von Steve Jobs bereitet Apple die größten Kopfschmerzen

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Vor seinem Tod im Oktober letzten Jahres war einer der letzten großen Schritte von Steve Jobs Apples Vorstoß in elektronische Bücher. Das Unternehmen kündigte die Plattform im März 2010 an, aber die Methode, mit der Apple seine Geschäfte mit Verlagen abwickelte, ist den Aufsichtsbehörden aufgefallen.

Die Das Justizministerium will Apple und die fünf größten Buchverlage verklagen — einschließlich Simon & Schuster Inc, Hachette Book Group, Penguin Group USA, Macmillan und HarperCollins — und beschuldigen sie der Absprachen zur Preiserhöhung von Büchern. Apple soll eine Vereinbarung mit den Verlagen getroffen haben, die es ihnen ermöglichte, die Art und Weise, wie sie E-Books verkauften, zu ändern und den Verlagen wiederum mehr Kontrolle über die Preisgestaltung zu ermöglichen.

Ermittler des DOJ betrachten die Vereinbarung als Verstoß gegen die Sherman Act, und sehen Apples Deal als Methode zur Preisabsprache. Preisabsprachen gehören zu den ungeheuerlichsten Handlungen im US-Kartellrecht.

Zu Beginn der E-Book-Revolution strukturierten Unternehmen wie Amazon ihre Verträge mit Verlagen, um Großhandelspreise für E-Books zu erhalten. Bei dieser Methode steht es dem Händler dann frei, zu berechnen, was er will. Nochmals am Beispiel Amazon: Um schnell Marktanteile für den Kindle zu gewinnen, verkaufte Amazon diese Titel mit Verlust.

Verlage hassen diese Strategie, weil sie wiederum den Preis von Büchern senkt und den Verbraucher lehrt, niedrigere Preise zu erwarten. Das änderte sich, als Jobs den iBookstore plante. Jobs‘ eigene Biografie erzählt die Geschichte: Apple stimmte einem „Agency Pricing“ für Bücher zu, bei dem der Preis des Buches vom Verlag festgelegt wird und der Verkäufer eine Provision bekommt, im Fall von Apple 30 Prozent.

Um den Rest der Branche unter das gleiche Preismodell zu bringen, wurde in Apples Vereinbarung eine Klausel aufgenommen, die es den Verlagen untersagte, anderen Einzelhändlern zu erlauben, die Bücher zu einem günstigeren Preis zu verkaufen. Dies wiederum zwang die gesamte Branche zum Agenturpreismodell, was dazu führte, dass die Endpreise für die Verbraucher stiegen.

BetaNews vermutete bereits im Dezember 2010, weniger als ein Jahr nach der Einführung von iBooks, Preisabsprachen bei E-Books. Mein Kollege Joe Wilcox hatte auch argumentiert, dass Apple einen Beitrag zur Stabilisierung der E-Book-Preise insgesamt leisten sollte, aber ich glaube, er konnte sich damals nicht vorstellen, wie viel Mühe das Unternehmen aus Cupertino, Kalifornien, unternahm, um sich auf dem Markt zu behaupten.

Die Wall Street Journal-Berichte dass sich mehrere der Beteiligten in Vergleichsgesprächen befinden. Die Bedingungen des Vergleichs könnten die Funktionsweise der Branche verändern und möglicherweise insgesamt zu niedrigeren E-Book-Preisen führen. Fest steht: Ein Gerichtsverfahren könnte nicht nur Apple und den Verlagen schaden, sondern auch dem verstorbenen Steve Jobs.

Jobs‘ Schlüsselrolle in diesen Verhandlungen wird vor Gericht geklärt, und die Aussage wird ihn zweifellos in ein schlechtes Licht rücken. Apple ist daran interessiert, das Image seines verstorbenen Marktführers zu schützen, daher scheint eine Einigung ziemlich wahrscheinlich. Auch in vielen Kartellverfahren ist es wahrscheinlicher, dass die Unternehmen außergerichtlich beilegen, um das Gesicht zu wahren. Das heißt, die WSJ warnt davor, dass die Verhandlungen bereits mehrere Runden gedauert haben und möglicherweise nicht zu einer Einigung führen.

Auch die Kartellbehörden der Europäischen Union sollen die Deals prüfen und aufgrund der Vergangenheit möglicherweise die ersten sein, die zuschlagen. Auch vor dem New Yorker Bundesgericht läuft eine Sammelklage, in der Apple der Absprachen beschuldigt wird.

Weder Apple noch einer der beteiligten Herausgeber reagierten auf Anfragen nach Kommentaren zu dieser Geschichte.

Bildnachweis: Tischenko Irina/Shutterstock



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