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Diese österreichischen Unternehmen stoßen am meisten CO2 aus

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++ THEMENBILD ++ LÄNDERPORTRÄT OÖ: VOEST ALPINE / INDUSTRIEPARK

© APA/BARBARA GINDL / BARBARA GINDL

Österreichs Industrie hat 2021 wieder deutlich mehr Treibhausgase in die Atmosphäre gepumpt. Die vom EU-Zertifikatehandel erfassten Anlagen haben Abgase im Gegenwert von 28,7 Mio. Tonnen CO2 ausgestoßen, wie von der APA ausgewertete vorläufige Daten der EU-Kommission zeigen.

Inklusive Fluglinien sind es 30,3 Mio. Tonnen. Damit wurde der Rückgang des Pandemie-Jahres 2020 großteils wettgemacht. Fast ein Drittel der Emissionen entfällt auf das Stahlwerk der voestalpine in Linz.

Insgesamt sind die Emissionen im Vorjahr um 1,7 Mio. Tonnen bzw. 6,3 Prozent gestiegen (bzw. 7,3 Prozent inklusive Fluglinien). Der Vorkrisenwert von 29,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 2019 wurde damit aber noch nicht ganz erreicht. Zum Vergleich: die Gesamtemissionen des Vorjahres – also inklusive Verkehr und Haushalte – schätzt das Wegener Center der Universität Graz auf 80,7 Mio. Tonnen.

voestalpine mit größtem CO2-Ausstoß

Größte heimische Industrieanlage ist die voestalpine in Linz mit 9,4 Millionen Tonnen CO2. Das ist aber nicht nur in Österreich ein Spitzenwert, auch im Europavergleich liegt das Stammwerk des Stahlproduzenten damit weit vorne – und zwar an elfter Stelle. An der EU-Spitze liegen Kohlekraftwerke in Polen und Deutschland. Wobei allein das schmutzigste europäische Kohlekraftwerk – jenes nahe Belchatow in Polen – mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre gepumpt hat als die gesamte österreichische Industrie zusammen. Für das polnische Kohlekraftwerk zeigt die EU-Statistik 33,2 Millionen Tonnen CO2.

 

Treibhausgas-Ausstoß der Industrie

In der österreichischen Rangliste scheint an zweiter Stelle hinter dem Linzer Stahlwerk ein weiterer Standort der voestalpine auf, nämlich das Stahlwerk im steirischen Donawitz (2,69 Mio. Tonnen), wo die voestalpine ebenfalls Hochöfen betreibt. An dritter Stelle folgt mit 2,75 Millionen Tonnen die OMV-Raffinerie in Schwechat vor den drei Kraftwerksböcken der Wien Energie in Simmering (1,56 Mio. Tonnen).

Die meisten Anlagen haben ihren Treibhausgasausstoß im Vorjahr deutlich erhöht: die voestalpine in Linz um fast zehn Prozent, in Donawitz um über 31 Prozent, die Wien Energie in Simmering um acht Prozent. Vergleichsweise stabil liegt in den vorläufigen Daten die Raffinerie der OMV mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Starker Anstieg auch bei Fluglinien

Die Emissionen der Fluglinien haben nach dem besonders starken Einbruch im ersten Pandemiejahr um fast 31 Prozent zugelegt. Mit mit 1,6 Millionen Tonnen liegen sie aber noch deutlich unter dem Höchstwert des Jahres 2019.

Generell war 2019 ein besonders „emissionsreiches“ Jahr in der heimischen Luftfahrt – geschuldet dem brexit-bedingten Standortwechsel von EasyJet nach Wien. Seither werden die Easyjet-Emissionen in Österreich verbucht: 2,3 Mio. Tonnen 2019 bzw. 1,1 Mio. Tonnen im Vorjahr. Bei der AUA zeigt die Statistik bis zum Corona-Knick einen jährlichen Anstieg auf 913.000 Tonnen 2019. Im Vorjahr waren es nur noch knapp 395.000 Tonnen. Die tatsächlichen Emissionen der Luftfahrt sind jedoch höher, erfasst vom ETS-System der EU sind nämlich nur Flüge innerhalb der Europäischen Union.

Stahlindustrie vor Energie- und Wärmeerzeugung

Die CO2-intensivste Branche in der österreichischen Klimabilanz ist aufgrund der voestalpine die Eisen- und Stahlindustrie mit 12,7 Millionen Tonnen CO2 mit einem deutlichen Respektabstand vor der Energie- und Wärmeerzeugung (5,8 Mio. Tonnen). Auf das Konto der Baustoffherstellung – also insbesondere Zement, Ziegel und Glas – gehen 4,6 Mio. Tonnen jährlich. Dahinter folgen Raffinerien (also die OMV) mit 2,7, vor den Fluglinien mit 1,6 sowie der Papier- und Zellstoffindustrie mit 1,5 Millionen Tonnen. Die chemische Industrie pumpt 1,1 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre, der Rest entfällt auf Aluminiumwerke und sonstige Branchen.

Treibhausgase nach Branchen

Erfasst werden die Emissionen der Industrie im sogenannten EU-Emissionshandelssystem („Emissions Trading System“, kurz ETS). Produzierende Unternehmen müssen für ihren Ausstoß klimaschädlicher Gase Verschmutzungsrechte kaufen und den Ausstoß spätestens im April des Folgejahres dem Umweltbundesamt melden.

Derzeit kostet ein Zertifikat für eine Tonne Kohlendioxid knapp unter 90 Euro. Zum Vergleich, für jene CO2-Emissionen, die abseits der Industrie anfallen, hat Österreich ab 1. Juli 2022 einen CO2-Preis von anfangs 30 Euro pro Tonne eingeführt. Dass abhängig vom CO2-Ausstoß Kosten anfallen, soll dazu führen, dass Unternehmen, die klimaschonender produzieren, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber schmutzigeren Konkurrenten haben.



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