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E-Rezept: Transparenz-Initiative der Gematik um „TI-Score“ erweitert

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Die für Digitalisierung des Gesundheitswesens zuständige Gematik GmbH will mit einem „Score“ für die Entwicklung der Telematikinfrastruktur ihre „Transparenz-Offensive“ erweitern. Der TI-Score soll Überblick über den aktuellen Stand des elektronischen Rezepts geben. Das Portal soll nicht nur zeigen, ob die Softwareanbieter schon „TI-ready“ sind, sondern auch Überblick über die Entwicklung des E-Rezepts für Arztpraxen, Zahnarztpraxen und Krankenhäuser geben. In den kommenden Wochen will die Gematik außerdem Apothekenverwaltungssysteme integrieren.

Der TI-Score besteht aus den Buchstaben A bis E. Bei Herstellern, die bisher keine Angaben gemacht haben, prangt ein Fragezeichen, was derzeit 31 von 58 Anbietern betrifft. Jeder Buchstabe steht für einen Status, wobei „E“ anzeigt, dass das System die Standards erfüllt und zertifiziert ist. Bei Buchstabe „C“ wird das System mit mindestens fünf Einrichtungen getestet und bei „A“ wurde die E-Rezept-Funktion bereits eingeführt und wird empfohlen. Obendrein zeigt der Score an, ob die Anbieter die Integration von Medieninhalten, Videos zur Implementierung, Screenshots oder Referenzen anbieten.


Auflistung des "Scores" der Telematikinfrastruktur der Gematik

Auflistung des "Scores" der Telematikinfrastruktur der Gematik

TI-Score

(Bild: Gematik)

Zusammen mit dem kürzlich eingeführten TI-Dashboard setzt die Gematik einen Beschluss der Gesellschafter um. Alle Akteure sollen in regelmäßigen Abständen Daten zur Lage, zum Ausstattungsgrad und zur Einsatzbereitschaft der Software liefern, um Praxen, Apotheken und Krankenhäuser transparent zu informieren.

Vor kurzem hat sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach in einer Diskussion mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) für einen „Stopp“ der Einführung des E-Rezepts ausgesprochen; allerdings betonte die Gematik gegenüber heise online, dass es sich dabei um ein Missverständnis gehandelt habe. Die Arbeit am E-Rezept werde fortgeführt.

Dafür sollen die Hersteller der Praxisverwaltungssysteme (PVS) in einem ersten Schritt Pilotpraxen auswählen. Ärzte sollen dann prüfen, ob ihr PVS-Anbieter bereits das Update anbietet. Hilfreich sei hierfür das Fachportal der Gematik. Die Gematik empfiehlt Ärzten, die Funktion mit Apotheken aus der Nachbarschaft zu erproben – für einen schrittweisen Übergang.

Immer wieder stoßen die Verantwortlichen bei der Einführung des E-Rezepts auf weitere Hindernisse. Erst vor wenigen Wochen haben Sicherheitsexperten eine Log4j-Sicherheitslücke bei dem auch für die Versendung des E-Rezepts nötigen KIM-Dienst (Kommunikation im Gesundheitswesen) entdeckt.

Ein erforderlicher Log4j-Patch für die Behebung der schon länger bekannten Sicherheitslücke ist der Gematik zufolge erst bei fünf zuständigen Softwareanbietern erfolgt. Wie der aktuelle Status bezüglich der seit Ende 2021 bekannten Sicherheitslücke ist, bleibt unklar.


(mack)

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