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Eine Untersuchung von Privacy International hat ergeben, dass eine große Anzahl von Android-Apps Daten mit Facebook teilen – unabhängig davon, ob Sie ein Konto haben oder nicht

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Facebook-Schlüssel

Facebooks Erfolgsbilanz beim Datenschutz ist holprig, aber die Idee, einige persönliche Daten preiszugeben, wird von vielen Nutzern als akzeptabler Preis für die Nutzung des sozialen Netzwerks angesehen. Eine Untersuchung von Privacy International hat jedoch ergeben, dass viele Android-Apps Daten über Personen mit Facebook teilen, unabhängig davon, ob sie bei ihrem Facebook-Konto angemeldet sind oder überhaupt ein Facebook-Konto haben.

Die Ergebnisse der Untersuchung werfen Fragen zur Transparenz von Facebook im Umgang mit Benutzer- (und Nicht-Benutzer-)Daten und zu den Auswirkungen der Profilerstellung durch das Social-Networking-Gigant auf die Privatsphäre auf – insbesondere im Zuge des Cambridge-Analytica-Skandals.

Siehe auch:

Die Datenschutzgruppe hat zwischen August und Dezember 2018 insgesamt 34 gängige Android-Apps getestet. Dabei stellte sich heraus, dass fast zwei Drittel der Apps gleich beim Start Daten an Facebook gesendet haben – und es machte keinen Unterschied, ob ein Nutzer ein Facebook-Konto hatte, oder wurde von einem Facebook-Konto abgemeldet. Die gesendeten Daten ermöglichen Facebook, genau zu sagen, wie oft Personen bestimmte Apps nutzen, und sammelt weitere Daten, die es dem Unternehmen ermöglichen, detaillierte Profile zu erstellen.

Zusammenfassung seiner Ergebnisse, Privacy International sagt:

  • Das haben wir zumindest gefunden 61 Prozent der von uns getesteten Apps übertragen automatisch Daten an Facebook, sobald ein Benutzer die App öffnet. Dies geschieht unabhängig davon, ob Personen ein Facebook-Konto haben oder nicht, oder ob sie bei Facebook eingeloggt sind oder nicht.
  • Typischerweise werden zuerst automatisch Ereignisdaten übertragen, die Facebook mitteilen, dass das Facebook-SDK initialisiert wurde, indem Daten wie „App installiert“ und „SDK initialisiert“ übermittelt werden app, jedes Mal, wenn dieser Benutzer eine App öffnet.
  • In unserer Analyse teilen Apps, die automatisch Daten an Facebook übermitteln, diese Daten zusammen mit einer eindeutigen Kennung, der Google Advertising ID (AAID). Der Hauptzweck von Werbe-IDs, wie der Google-Werbe-ID (oder dem Äquivalent von Apple, dem IDFA), besteht darin, Werbetreibenden zu ermöglichen, Daten über das Nutzerverhalten von verschiedenen Apps und das Surfen im Internet zu einem umfassenden Profil zu verknüpfen. Wenn Daten aus verschiedenen Apps kombiniert werden, können Sie ein feinkörniges und intimes Bild der Aktivitäten, Interessen, Verhaltensweisen und Routinen von Personen zeichnen, von denen einige spezielle Kategoriedaten enthalten können, einschließlich Informationen zur Gesundheit oder Religion der Personen. Zum Beispiel eine Person, die die folgenden von uns getesteten Apps installiert hat: „Qibla Connect“ (eine muslimische Gebets-App), „Period Tracker Clue“ (ein Perioden-Tracker), „Indeed“ (eine Jobsuche-App), „My Talking Tom“ (eine Kinder-App) könnte potenziell als wahrscheinlich weiblich, wahrscheinlich muslimisch, wahrscheinlich arbeitssuchend, wahrscheinlich Elternteil profiliert werden.
  • Kombiniert bieten Ereignisdaten wie „App installiert“, „SDK initialisiert“ und „App deaktivieren“ aus verschiedenen Apps zudem einen detaillierten Einblick in das App-Nutzungsverhalten von Hunderten Millionen Menschen.
  • Das haben wir auch gefunden Einige Apps senden routinemäßig Facebook-Daten, die unglaublich detailliert und manchmal sensibel sind. Auch hier handelt es sich um Daten von Personen, die entweder bei Facebook ausgeloggt sind oder kein Facebook-Konto besitzen. Ein Paradebeispiel ist die Reisesuch- und Preisvergleichs-App „KAYAK“, die detaillierte Informationen über die Flugsuche von Personen an Facebook sendet, darunter: Abflugort, Abflughafen, Abflugdatum, Zielort, Zielflughafen, Ankunftsdatum, Anzahl der Tickets ( einschließlich Anzahl der Kinder), Fahrkartenklasse (Economy, Business oder First Class).
  • Die Cookie-Richtlinie von Facebook beschreibt zwei Möglichkeiten, wie Personen, die kein Facebook-Konto haben, die Verwendung von Cookies durch Facebook kontrollieren können, um ihnen Werbung anzuzeigen. Privacy International hat beide Opt-outs getestet und festgestellt, dass sie keine erkennbaren Auswirkungen auf die in diesem Bericht beschriebene Datenweitergabe hatten.

Am besorgniserregendsten ist vielleicht, dass es keine Möglichkeit gibt, genau zu sagen, wie Facebook die auf diese ziemlich hinterhältige Weise gesammelten Daten verwendet.

Sie können den vollständigen Bericht lesen – mit dem Titel Wie Apps auf Android Daten mit Facebook teilen (auch wenn Sie kein Facebook-Konto haben) — auf der Privacy International-Website.

Bildnachweis: CHAINFOTO24 / Shutterstock



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