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FAQ: So funktioniert das E-Rezept

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Sie haben bestimmt schon vom elektronischen Rezept, dem E-Rezept, gehört oder Werbung dafür gesehen. Momentan wird das E-Rezept bundesweit, aber vor allem in der Region Berlin-Brandenburg getestet – in Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe soll es ab September flächendeckend in Pilotpraxen und -kliniken starten. In den kommenden Monaten ist eine sukzessive Ausweitung der Testregionen geplant. In Apotheken sollen Sie das E-Rezept jedoch bereits ab Herbst in ganz Deutschland einlösen können. Da viele noch gar nicht mitbekommen haben, dass es das E-Rezept überhaupt gibt, haben wir hier die wichtigsten Antworten auf Ihre Fragen zusammengestellt.

Was ist ein E-Rezept?

Ein E-Rezept ist die digitale Version eines Papierrezepts, um Medikamente zu erhalten. E-Rezepte können von Ärzten oder Psychotherapeuten in Praxen oder Kliniken ausgestellt werden. Zunächst gibt es für gesetzlich Versicherte die digitale Version des rosafarbenen Rezepts (Muster-16-Rezept). Künftig sollen weitere Rezepte hinzukommen. Generell wird zwischen drei Rezeptarten unterschieden:

  • das rosafarbene Rezept (Gültigkeit: 28 Tage)
  • das gelbe Rezept für Arzneimittel mit strengen Auflagen, etwa Methadon (Gültigkeit: sieben Tage)
  • das grüne Rezept für nicht verschreibungspflichtige Medikamente (Gültigkeit: unbegrenzt)
  • das blaue Rezept für Privatversicherte (Gültigkeit: drei Monate)

Was ist der Vorteil vom E-Rezept?

Der Vorteil ist, dass Patienten das Rezept direkt an eine Apotheke schicken und dort ihr Medikament bestellen können. Dies ist beispielsweise auch über eine Versandapotheke möglich. Nach einer Online-Sprechstunde müssten Sie dann beispielsweise nicht aus dem Haus gehen, um an Ihre Pille zu kommen. Außerdem soll das E-Rezept als ein fälschungssichere und vom Arzt oder Psychotherapeuten signierte Datei vorliegen.

Seit wann gibt es das E-Rezept?

Das E-Rezept wird seit 2021 eingeführt. Verpflichtend ist es ab dem 1. September 2022 für Apotheken in Deutschland. In Zukunft soll es deutschlandweit für gesetzlich Versicherte verfügbar sein. Eigentlich sollte das E-Rezept mit dem im Oktober 2020 in Kraft getretenen „Gesetz zum Schutz elektronischer Patientendaten in der Telematikinfrastruktur“ verpflichtend für die Verordnung verschreibungspflichtiger Arzneimittel ab dem 1. Januar 2022 eingeführt werden. Diese Frist gibt es inzwischen nicht mehr.

Woran erkenne ich ein E-Rezept?

Der Anfang des E-Rezepts sieht aus wie ein herkömmliches Rezept. Dort sind Angaben zum Empfänger und Ersteller der Verordnung (1). Ein E-Rezept erkennen Sie daran, dass auf dem Ausdruck mehrere QR-Codes abgebildet sind (2). Oben rechts befindet sich ein Sammelcode (3), der alle Verschreibungen auf dem E-Rezept enthält. In der unteren Hälfte stehen Informationen zu allen verschriebenen Medikamenten samt dem jeweiligen QR-Code.


Abbildung eines E-Rezepts

Abbildung eines E-Rezepts

Aufbau eines E-Rezepts

(Bild: E-Rezept-Enthusiasten)

Welche Voraussetzungen brauche ich, um das E-Rezept zu nutzen?

Für das E-Rezept benötigen Patienten ein Smartphone, das mindestens über iOS 14 oder Android 7 verfügt, ein NFC-fähiges Smartphone und eine elektronische Gesundheitskarte (eGK) samt PIN. Beides versendet Ihre Krankenkasse auf Anfrage, sofern dies nicht bereits geschehen ist. Beides kann teilweise mehrere Tage bis Wochen dauern. Für das E-Rezept benötigen Patienten und Patientinnen die E-Rezept-App der Gematik GmbH. Um sich in der E-Rezept-App anmelden zu können, ist es bei manchen Krankenkassen inzwischen möglich, sich mittels einer „Fasttrack“-Funktion über die ePA-App Ihrer Krankenkasse anzumelden, die die elektronische Patientenakte (ePA) enthält. Dabei entfällt zwar die Notwendigkeit einer elektronischen Gesundheitskarte und einer PIN, jedoch müssen Nutzer zuvor unter anderem ein Video-Ident-Verfahren für die Aktivierung der ePA-App durchlaufen.

Wie löse ich das E-Rezept ein?

Das E-Rezept lösen Sie vor Ort in der Apotheke ein, indem Sie entweder das ausgedruckte E-Rezept bei der Apotheke abgeben oder es mithilfe der E-Rezept-App an die Apotheke übermitteln. Letzteres kann auch eine Versandapotheke sein. Im Verzeichnis der App haben alle E-Rezept-fähigen Apotheken ein blau hinterlegtes E-Rezept-Symbol neben ihrem Namen stehen.

Welche Apotheken akzeptieren das E-Rezept?

Ab dem 1. September 2022 sollen alle Apotheken in Deutschland E-Rezepte annehmen. In der E-Rezept-App und auf der Webseite der Gematik GmbH befindet sich eine Liste, auf der alle das E-Rezept akzeptierenden Apotheken aufgeführt sein sollen. Die Karte basiert auf Selbstauskünften der jeweiligen Apotheken.

Wie kommt das E-Rezept auf das Handy?

Das Rezept wird vom Arzt erzeugt und in die Telematikinfrastruktur übermittelt, die alle Akteure des Gesundheitswesens elektronisch miteinander verbinden soll. Sobald der Arzt das E-Rezept bereitstellt, landet es direkt in der App. Alternativ erhält der Patient ein Papier, auf dem ein QR-Code ist. Dieser wird innerhalb der App über einen QR-Code eingescannt.

Wie funktioniert das E-Rezept ohne Smartphone?

Ohne Smartphone erhalten Sie das E-Rezept auf einem Papier mit dem dazugehörigen QR-Code. Die meisten Praxen stellen bisher jedoch noch wie gewohnt Standardrezepte aus.

Wer kann das E-Rezept nutzen?

Das E-Rezept können grundsätzlich alle Menschen nutzen, die dafür technisch gerüstet sind. Auch Familienangehörige oder betreuende Personen sollen über die App Rezepte für andere verwalten und einlösen können. Diese Funktion soll mit einem zukünftigen Update kommen. Zunächst soll das für gesetzlich Versicherte möglich sein und 2023 für Privatversicherte.

Muss ich das E-Rezept nutzen?

Ja, in Zukunft müssen Sie das E-Rezept für verschreibungspflichtige Medikamente nutzen. Sofern Sie die App nicht verwenden, erhalten Sie jedoch einen Ausdruck, mit dem Sie wie gewohnt eine Apotheke aufsuchen können.

Welche Daten werden in der E-Rezept-App verarbeitet?

Die E-Rezept-App ist eine eigenständige Anwendung der Gematik, in der Patienten auf elektronische Verordnungen zugreifen – entweder durch den Scan eines QR-Codes oder durch eine Authentifizierung mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). 100 Tage nach Einlösen der E-Rezepte werden diese allerdings gelöscht. Ein Zugriff auf die lokal gespeicherten Daten ist weder für den Arzt noch für die Apotheker möglich.

Wie werden die Daten im E-Rezept gespeichert?

Die Daten werden nach Angaben der Gematik lokal auf Ihrem Gerät gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Erhebung und Verarbeitung anonymer Nutzerdaten jedoch zustimmen. Dann werden anonymisierte Nutzungsdaten verarbeitet, in einer Protokolldatei gespeichert und an das auf Datenanalyse spezialisierte Unternehmen Piwik Pro GmbH übertragen. Dabei werden etwa Daten zum Betriebssystem, das Handymodell, die Verschlüsselungsfähigkeiten des Smartphones, Zugriffszeitpunkt und Art des Netzwerks, von dem aus der Zugriff erfolgt, die Anzahl fotografierter E-Rezepte und heruntergeladener beziehungsweise eingelöster E-Rezepte gespeichert. E-Rezepte werden 100 Tage nach deren Einlösung automatisch aus der App gelöscht.


(mack)

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