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Google kopiert Microsoft und bringt die Browserauswahl auf Android, um die Kartellbehörden abzuwehren

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Google Chrome-Symbol auf dem Handy

Google sind Untersuchungen und Fragen zu seinen Praktiken nicht fremd, und in Europa ist das Unternehmen auf großes Interesse der Europäischen Kommission wegen Verstößen gegen Kartellgesetze gestoßen. Nun, in einem Schritt, der den von Microsofts Browser Choice vor fast einem Jahrzehnt widerspiegelt, wird Google Android-Benutzern die Möglichkeit geben, ihren Standardwebbrowser und ihre Standardsuchmaschine auszuwählen.

Dies wird jedoch nicht auf globaler Ebene passieren – zumindest nicht von vornherein. Da Google lediglich den Vorwurf der wettbewerbswidrigen Tätigkeit in Europa vermeiden will, sind nur europäische Android-Nutzer betroffen.

Siehe auch:

Googles Probleme in Europa bestehen schon seit geraumer Zeit – aber in einem Blog-Beitrag über die bevorstehende Browser-Wahl stellt der SVP of Global Affairs des Unternehmens, Kent Walker, eine etwas positivere Meinung vor. „Seit fast einem Jahrzehnt führen wir Gespräche mit der Europäischen Kommission über die Funktionsweise einiger unserer Produkte“, sagt er. Ein Ergebnis dieser „Diskussionen“ war eine Rekordstrafe von 5 Milliarden US-Dollar wegen Kartellverstößen – etwas, das er als „formelle Bedenken der Europäischen Kommission“ bezeichnet.

Der Hauptzweck des Blogposts besteht jedoch darin, die Einführung einer Auswahl an Browsern und Suchmaschinen für europäische Android-Benutzer anzukündigen. Kent erklärt:

Auf Android-Telefonen konnten Sie immer jede beliebige Suchmaschine oder jeden gewünschten Browser installieren, unabhängig davon, was beim Kauf auf dem Telefon vorinstalliert war. Tatsächlich installiert ein typischer Android-Telefonbenutzer normalerweise etwa 50 zusätzliche Apps auf seinem Telefon.

Nach der Entscheidung der Kommission vom Juli 2018 haben wir das Lizenzmodell für die von uns erstellten Google-Apps zur Verwendung auf Android-Smartphones geändert und neue, separate Lizenzen für Google Play, den Google Chrome-Browser und für die Google-Suche erstellt. Dabei haben wir den Telefonherstellern die Freiheit bewahrt, jede alternative App neben einer Google-App zu installieren.

Jetzt werden wir auch mehr tun, um sicherzustellen, dass Besitzer von Android-Telefonen über die große Auswahl an Browsern und Suchmaschinen Bescheid wissen, die sie auf ihre Telefone herunterladen können. Dabei werden Nutzer bestehender und neuer Android-Geräte in Europa gefragt, welche Browser- und Such-Apps sie nutzen möchten.

Google hat keine Details dazu angegeben, wie dieser Prozess für bestehende Android-Nutzer im Vergleich zu denen, die zum ersten Mal ein Gerät einrichten, funktionieren wird, noch hat es einen großen Hinweis darauf gegeben, wann diese Änderung eingeführt wird – nichts Konkreteres als “ in den nächsten Monaten“. Das Unternehmen hat zwar einige der tiefsten Taschen der Branche, hofft aber dennoch, dass es mit seiner jüngsten Ankündigung weitere Bußgelder der Europäischen Kommission vermeiden konnte.

Bildnachweis: BigTunaOnline / Shutterstock



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