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Microsoft: „Digitalisierung ist beste Schutzimpfung gegen Krise“

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Hacker nutzten Sicherheitslücke bei Microsoft

© APA – Austria Presse Agentur

Österreich müsse die Chancen der Digitalisierung ergreifen und Impulse setzen. So lautet der Appell der Initiative „Mach heute morgen möglich“, die kürzlich auf einer Pressekonferenz präsentiert wurde. Die Spitze der Initiative, bestehend aus über 100 Firmen und Organisationen, betonte, dass man in Österreich Innovationen vorantreiben und digitale Kompetenzen fördern müsse. Datenschutz solle zwar großgeschrieben, die Datenmengen allerdings auch genützt werden.

Microsoft ist federführend bei der Initiative. Auch mit von der Partie sind etwa die österreichische Wirtschaftskammer, die Industriellenvereinigung, die ÖBB sowie das Start-up Female Founders.

Momentum der Krise warnehmen

Die Covid-19-Pandemie habe der Digitalisierung in Österreich einen erheblichen Vorschub geleistet, so Microsoft-Österreich-Chef Hermann Erlach. Nun gelte es dieses Momentum zu bewahren und Innovationen in Österreich zu unterstützen. Nicht nur um diese, sondern auch künftige Krisen zu bewältigen. Denn „Digitalisierung ist die beste Schutzimpfung gegen die Krise“, sagt Erlach.

Auch der Chef der Wirtschaftskammer, Harald Mahrer, ist überzeugt, dass die Initiative zum richtigen Zeitpunkt komme. Jeder wünsche sich wieder eine „normale Zukunft ohne Zwangsvorschriften“. „Wir hätten uns so manches ersparen können in den vergangenen 22 Monaten, wenn wir bestimmte Möglichkeiten der Digitalisierung besser genutzt hätten“, sagt Mahrer.

Konkrete Forderungen der Initiative gibt es nicht. Man wolle allem voran Lösungen erarbeiten, die sich aus dem Teilen von Erfahrung und von Know-How zwischen den Partnern ergeben. Unternehmen, egal ob groß oder klein, soll gezeigt werden, wie sie selbst die Digitalisierung für sich nutzen können. Und das niederschwellig und ohne Tech-Jargon. „Ziel ist es nicht, PDFs zu schreiben, die dann in der Schublade verschwinden“, stellt Microsoft-Chef Erlach klar.

Die Pandemie habe bereits einige Paradepeispiele hervorgebracht. So habe zum Beispiel der Sporthändler Hervis in der Krise die Beratung für Kund*innen digitalisiert oder die OMV eine „Digital Academy“ für seine Mitarbeiter*innen eingerichtet.

Mit der Initiative will Microsoft die Digitalisierung in Österreichs Unternehmen vorantreiben

Nicht nur Datenschutz sei wichtig

Einer der Schwerpunkte der Initiative ist die Handhabung von Daten. „Auch hier hat Corona gezeigt, wie zentral dieses Thema ist“, so Erlach. „Datenschutz ist zwar wichtig, deren Nutzung aber auch.“ Vor allem Healthcare-Daten sollen in Zukunft mehr genutzt werden, ansonsten laufe man Gefahr, Chancen zu verpassen. Immerhin seien nur 1 bis 5 Prozent der globalen Daten keine Nutzdaten. Daher sei Österreich dazu angehalten, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Laut Erlach brauche es nicht nur eine Datenschutz-, sondern auch eine Datennutzungsstrategie hierzulande. Die Politik solle beim digitalen Wirtschaftsraum, an dem in der Europäischen Union gearbeitet wird, mitziehen.

Auch WKO-Chef Mahrer plädiert für eine vermehrte Nutzung von Daten. Vor allem beim Contact-Tracing hätte man in Österreich viel Potential verspielt, bekrittelt er. Als positives Beispiel führt der WKO-Vorsitzende Südkorea an. Durch schnelles, manche würden sagen überwachendes, Contact-Tracing konnten dort generelle Lockdowns verhindert werden. In Europa sei auf die Datenschutzgrundverordnung verwiesen worden, aber hierzulande hätten die Lockdowns andere Grundrechte der Menschen „massiv eingeschränkt“.

Auf die Menschen zugehen

Um die Früchte der Digitalisierung in Österreich tatsächlich zu ernten, müsse laut den Vertreter*innen der Initiative auch auf die Menschen zugegangen werden. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayr, meint in Österreich gäbe es viel Skepsis gegenüber dem digitalen Wandel, den es auszumerzen gelte. „Wir müssen die Menschen überzeugen und ihnen klarmachen, dass sie persönlich etwas von der Digitalisierung haben“, so der Vertreter.

Das unterstreicht Lisa-Marie Fassl, Mitgründerin des Start-ups Female Founders, auf der Pressekonferenz. „Vor der Digitalisierung braucht man keine Angst zu haben“, hält Fassl fest. Entgegen der österreichischen Natur solle man aufhören zu „sudern“ und den digitalen Wandel angehen. „Denn er wird nicht weggehen und alle können von ihm profitieren“.

Die Initiative will hier vor allem bei den digitalen Skills österreichischer Angestellter ansetzen. „Wir müssen die Mitarbeiter*innen mitnehmen“, sagt Markus Frantz von den ÖBB. In seinem eigenen Unternehmen habe er erfahren, dass die Digitalisierung nicht bei allen seiner Belegschaft angekommen sei. „Zu Beginn der Pandemie waren nur 75 Prozent digital erreichbar. Da wurde die Blase ersichtlich. Corona hat gezeigt, dass nicht alle mit Handy oder Computer umgehen können“, sagt Frantz. Die Initiative solle daher auch das digitale Know-How hierzulande fördern.

Microsoft, ein Pandemiegewinner

Wie kaum ein anderes Unternehmen zählt Microsoft zu den Profiteuren der Covid-19-Pandemie. Quasi über Nacht mussten Schüler*innen auf Homeschooling und Angestellte aufs Homeoffice umsteigen. Viele Schulen, Firmen und Behörden organisierten sich daher mit der Collaboration-Software Microsoft Teams, wodurch das Unternehmen seine Nutzer*innenzahlen im Pandemiejahr 2020 mehr als verdoppeln konnte. Und Microsofts Erfolg durch den Cloud-Boom hält an: Im 2, Quartal 2021 kletterten die Erlöse des Unternehmens im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 46,2 Milliarden Dollar.



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