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Muss es immer Windows sein?

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Büroarbeiter

Viele Unternehmen verwenden Virtual Desktop Infrastructure (VDI)-Umgebungen, um ihren Mitarbeitern die Arbeit mit mobilen Geräten oder vom Home-Office aus zu ermöglichen. Mit VDI greifen Mitarbeiter aus der Ferne auf gehostete Lösungen zu und arbeiten sicher auf Unternehmensservern. Was sich nach der perfekten Antwort anhört, entpuppt sich in der Realität leider als ärgerliche, augenöffnende Erfahrung für die Nutzer.

Der Grund dafür ist, dass diese gehosteten Apps in der Regel langsamer laufen als lokale Apps und eine stabile, performante Online-Verbindung benötigen, die im Homeoffice nicht immer zur Verfügung steht. So geht die Arbeit im Homeoffice oft langsam und wird von den Nutzern nicht akzeptiert. Sie arbeiten lieber mit ihren lokalen Anwendungen auf ihrem Desktop, zumal Microsoft Office-Anwendungen auf fast jedem Computer verfügbar sind.

Darüber hinaus wird die Arbeit mit einem mobilen Gerät in VDI-Umgebungen schwieriger. Unterwegs haben Mitarbeiter selten eine stabile Online-Verbindung, das kleine Display und die fehlende Tastatur erschweren das Arbeiten. Darüber hinaus sind Windows-Anwendungen nicht für Touchscreen-Bedienung konfiguriert, sodass sowohl die Benutzerakzeptanz als auch die Produktivität darunter leiden.

Auch hier zeigen sich aus Unternehmenssicht zahlreiche Nachteile des Einsatzes von VDI-Umgebungen. Die Lizenzkosten für Windows, die „Strafgebühr“ für die Nutzung von Windows mit Nicht-Windows-Geräten und die Lizenzkosten für die Nutzung von Drittanbieter-Apps sind enorm. Auch im Rechenzentrum werden immense Ressourcen verbraucht. Der Bedarf, gehostete Desktops anzubieten, ist so groß, dass nur vergleichsweise wenige Benutzer auf einem Terminalserver arbeiten können.

Somit stellt sich immer wieder die Frage, ob ein gehosteter Windows-Desktop eine adäquate Lösung zur Anbindung von Homeoffice und mobilen Endgeräten ist. Aus diesen Gründen sollten Unternehmen prüfen, welche Lösungen Nutzer tatsächlich benötigen, welche Aufgaben sie ausführen und ob sie lieber lokal mit nativen Apps arbeiten möchten.

Sicherheit

Ein wesentliches Argument für das Arbeiten in der Session war die Sicherheit, da Daten in VDI-Situationen nicht auf Geräte abgelegt werden können, sondern zentral auf dem Server verbleiben. Allerdings ist dieser Ansatz jetzt mit Apples iOS 7 und natürlich mit iOS 8, das noch in diesem Jahr erhältlich sein wird, machbar. Mit dem Betriebssystem von Apple kann ein sicherer Container erstellt und die Daten lokaler Anwendungen vollständig gesichert werden. Zudem kann auf Betriebssystemebene die Übertragung von Daten in ungesicherte Apps verhindert werden.

Insofern kann es sich produktivitätstechnisch für Unternehmen lohnen, Windows-Desktops durch Managed Apps mit Enterprise-Integration zu ersetzen.

Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Verzicht auf VDI ist die vollständige Integration von Fileservices.

Mitarbeiter können damit auf notwendige Unternehmensdokumente zugreifen, diese lokal – mit einer guten Internetverbindung – bearbeiten und die bearbeiteten Dokumente anschließend wieder im System speichern. Somit kann man ohne Leistungseinschränkungen alleine arbeiten oder im Team interagieren. Eine geeignete Lösung sollte hier die Versionskontrolle beinhalten, um entsprechende Konflikte zu vermeiden.

Für die gewählte Lösung ist es außerdem wichtig, alle Optionen des Apple-Betriebssystems voll auszuschöpfen, einschließlich aller Sicherheitsfunktionen und SSL-verschlüsselter übertragener Daten.

Unsicherheit in der Cloud

Cloud-Dienste wie Dropbox, die bei Verbrauchern beliebt sind, sind für den Einsatz in Unternehmen weniger geeignet. Sensible Unternehmensdaten befinden sich in der öffentlichen, ungesicherten Cloud. Sobald sich die Daten also auf den Servern des jeweiligen Anbieters befinden, haben Unternehmen keine Kontrolle mehr über ihre Daten. Zudem erfolgt die Datenverschlüsselung nur einmal in der Cloud und der Verschlüsselungsschlüssel wird vom Anbieter generiert und gespeichert. Darüber hinaus wird bei der Datenübertragung keines der sicheren Standardprotokolle verwendet. Gruppenverschlüsselung fehlt komplett und die Benutzeroberfläche verschiedener Anbieter ist nicht immer übersichtlich und intuitiv. Bei der Weitergabe der Daten ist nicht klar, welche Dateien mit wem geteilt werden, und so kann es passieren, dass Dokumente über Suchmaschinen gefunden werden oder einer anderen Sicherheitslücke zum Opfer fallen.

Auch Dropbox setzt auf bidirektionale Synchronisation, dh bearbeitete Dateien werden in beide Richtungen synchronisiert: zum Benutzer und zum öffentlichen Verzeichnis. Die Folge davon sind ausnahmslos hoher Traffic und Versionskonflikte. Ein weiterer beliebter Dienst, Yammer, befindet sich ebenfalls in der Public Cloud, und auch hier gelten gewisse Sicherheitsbedenken, da die Funktion stärker auf die interne Unternehmenskommunikation ausgerichtet ist als Dropbox.

In jedem Fall sollte ein Unternehmen, das sich für Filesharing-Lösungen interessiert, zunächst seine Ziele definieren, z. B. welche Art von Dokumenten geteilt werden? Sollen Mitarbeitern Zugriff auf hochsichere Informationen gewährt werden, ist die Nutzung von Public Cloud-Diensten riskant.

Um Sicherheitsängste zu zerstreuen, verfolgt Cortado Corporate Server beispielsweise einen On-Premises-Ansatz mit Installation hinter der Firewall des Unternehmens. Zu den Vorteilen gehören:

Benutzer können bestimmen, welche Verzeichnisse auf dem Server gesichert und für Kollegen freigegeben werden sollen. Eine Smart-Sharing-Funktion, die nach lokaler Bearbeitung verschiedene Versionen von Dokumenten speichert, damit bearbeitete Dateien bei Bedarf schnell wiedergefunden werden können. SSL-Verschlüsselung bearbeiteter Dokumente, die vom Gerät an das Netzwerk übertragen werden. Integration in den iOS-Container.

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Eine weitere nützliche Überlegung für Unternehmen ist die vollständige Integration von Druckerinfrastrukturen, die Mitarbeitern die Möglichkeit bietet, Dateien auf Netzwerkdruckern zu drucken und nicht nur zu bearbeiten.

Im April 2014 zeigte eine Cortado-Umfrage unter 200 Verbrauchern und 200 Unternehmensmitarbeitern und IT-Administratoren eindeutig, dass Endbenutzer Netzwerkdrucker mit ihren mobilen Geräten verwenden möchten. Rund 65 Prozent der befragten Endanwender gaben an, dass dies ihre Arbeit erleichtern würde, während 63 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen und IT-Verantwortlichen diese Funktion für relativ unwichtig hielten. Unternehmen sollten also auf jeden Fall darauf achten, das Potenzial des mobilen Druckens zu unterschätzen und ihren Mitarbeitern die Chance zu geben, die Produktivität voll zu maximieren.

Es empfiehlt sich also, alte Gewohnheiten zu überdenken und neue Wege zu gehen, wenn sie Unternehmen voranbringen und zur Steigerung der Mitarbeiterproduktivität beitragen können. Ein erheblicher Teil der IT-Mitarbeiter scheint bereit zu sein, neuen Lösungen gegenüber aufgeschlossen zu sein. Abschließend noch die Frage „Muss es immer Windows sein?“ Frage hat Cortado letztes Jahr mehr als 600 IT-Administratoren auf der VMworld interviewt und gefragt: „Könnten Sie sich einen Cloud-Desktop ohne Windows vorstellen?“ Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als 56 Prozent der IT-Administratoren sagten, sie könnten sich vorstellen, dass ihre Mitarbeiter ohne Windows-PC arbeiten und produktiv arbeiten können.

Carsten Micheleit ist CEO von Cortado AG

Bildnachweis: Goodluz/Shutterstock

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