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Recht auf Reparatur: Apple verkauft iPhone-Originalteile an Endkunden

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Apple öffnet sein Reparaturprogramm für Endkunden: In den USA ist es dadurch zum ersten Mal möglich, iPhone-Originalersatzteile und die zum Austausch nötigen Werkzeuge beim Hersteller zu bestellen. Teil von Apples neuem „Self-Service-Reparaturangebot“ ist auch die Bereitstellung offizieller Reparaturanleitungen, die bislang ebenfalls nicht für Endkunden verfügbar waren. Im weiteren Lauf des Jahres sollen sich darüber auch Mac-Ersatzteile (für Macs mit Apple-Chip) beziehen lassen, zudem soll das Angebot nach Europa kommen.

Ein neuer US-Online-Store vertreibt ab Mittwoch über 200 Teile und Tools, mit denen sich Reparaturen an iPhone 13, iPhone 12 und iPhone SE 3 durchführen lassen, wie Apple mitteilte. Das ermögliche etwa den eigenhändigen Wechsel des Akkus sowie den Tausch von Bildschirm und Kamera, auch Teile wie SIM-Kartensteckfach, Lautsprecher und Vibrationsmotorn („Taptic Engine“) werden angeboten. Der Online-Laden wird von einem Drittanbieter betrieben, der von Apple autorisiert ist, erklärte das Unternehmen.

Ein Bundle zum Tausch der Batterie eines iPhone 12 kostet zum Beispiel gut 70 US-Dollar. Es enthält neben dem Akku auch benötigte Schrauben sowie Kleber, um das Display im Anschluss wieder richtig anzubringen. Schickt der Kunde seinen alten Akku im Anschluss ein, sinkt der Preis auf knapp 47 US-Dollar (Umsatzsteuer ist dabei nicht eingerechnet). Zum Vergleich: Apple hat den Preis für den Akkutausch in einem iPhone 12 in Deutschland jüngst auf gut 87 Euro erhöht.

Für die Reparatur benötigte Werkzeuge lassen sich ebenfalls in dem Shop kaufen oder – als großes Set – eine Woche lang ausleihen. Nach der eigenhändigen Reparatur muss Apple kontaktiert werden, um eine Systemkonfiguration aus der Ferne anzustoßen – nur dann wird offenbar das Ersatzteil als Originalteil vom Betriebssystem anerkannt.

Das Reparaturprogramm ist für Kunden gedacht, die mit der „Komplexität einer Reparatur elektronischer Geräte vertraut sind“, so Apple. Für den Großteil der Kunden bleibe aber der Besuch einer autorisierten Werkstatt die sicherere Variante.

Apples Originalteile waren lange Zeit nur für die Werkstätten des Herstellers sowie autorisierte Händler verfügbar. Eine unsachgemäße Reparatur sei eine Gefahr für den Gerätebesitzer, argumentierte der Konzern. Erst seit 2019 können freie Werkstätten die Apple-Originalteile beziehen, wenn sie verschiedene Auflagen erfüllen. Laut Apple gibt es inzwischen über 3000 freie Werkstätten, die das anbieten. Mit der Öffnung der Reparaturmöglichkeiten begegnet Apple auch den „Recht auf Reparatur“-Initiativen in verschiedenen Ländern. Diese fordern unter anderem einen gesetzlich verankerten Zugang zu Originalersatzteilen sowie die Veröffentlichung von Hersteller-Reparaturanleitungen.


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(lbe)

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