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Ruhe im Homeoffice: Leise und wasserdichte Tastaturen bis 50 Euro

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Spätestens im Homeoffice dürfte mit der Zeit auffallen, wie laut eine gewöhnliche Tastatur sein kann. Wenn viele Personen auf engerem Raum zusammensitzen, kann das laute Klackern auf Dauer zur Belastungsprobe werden. Glücklicherweise ist sich die PC-Zubehörindustrie dieser Tatsache bewusst. Mittlerweile gibt es ein großes Angebot an Produkten, die besonders leise sein sollen. Wir fühlen dem Werbeversprechen auf den Zahn.


Eine Tastatur für zu Hause sollte nicht nur leise sein. In dieser Übersicht zeigen wir deshalb Modelle, die auch gegen Spritzwasser geschützt oder komplett wasserdicht sind. Denn ein Missgeschick am Schreibtisch ist schnell passiert und die Kaffeetasse verteilt den Inhalt über das Schreibgerät.

























Es gibt verschiedene Technologien, um das Tippen möglichst leise zu gestalten. Eine gänzlich lautlose Tastatur ist allerdings unmöglich. Einer großen Verbreitung erfreuen sich sogenannte Membran- oder Rubberdome-Tastaturen. Dabei kommt eine Gummimatte unter der Taste zum Einsatz. Drückt der Anwender einen Knopf, drückt das Gummi oder Silikon darunter auf eine Kontaktplatine, die das Signal an den Computer weiterleitet. Anschließend schiebt die Gummimembran die Taste wieder nach oben.


Die Vorteile von Rubberdome: Diese arbeiten leiser als gewöhnliche mechanische Tastaturen, weil die Tasten sich durch den Gummi-Mechanismus beinahe geräuschlos auslösen. Einige Hersteller nutzen zusätzlich Dämpfungsmaterial unter den Tasten. Zudem kostet diese Form wenig in der Herstellung, da keine aufwendigen Auslösemechanismen notwendig sind. Die Kehrseite der Medaille: Die Lebensdauer von Rubberdome ist aufgrund von Materialermüdung geringer als bei mechanischen Pendants. Zudem sagt man ihnen eine ungenaue und schwammige Präzision nach.


Eine besondere Spielart von Rubberdome ist die Scheren-Mechanik. Hier kommt zusätzlich zur Membran ein x-förmiger Kunststoffhebel zum Einsatz. Diese stabilisiert die Tasten zusätzlich. Die Methode ermöglicht zudem besonders flache Modelle, bei denen die Tasten kaum hervorstehen. Diese Technik kennt man von der sogenannten Chiclet- oder Kaugummitastatur, die vorwiegend bei Laptops zum Einsatz kommt. Durch die flache Form bietet sie aber weniger haptisches und taktiles Feedback beim Schreiben.


Im Gegensatz zu Rubberdome nimmt die Präzision mechanischer Tasten fast nicht ab, das macht sie besonders für Gamer interessant. Führend unter den mechanischen Switches ist Cherry MX. Eine mechanische Tastatur kann ebenfalls leise sein. Es kommt dabei auf die eingesetzten mechanischen Switches unter der Taste an. Es gibt mittlerweile geräuscharme Schalter auf Basis der Cherry MX Red, etwa die Cherry MX Silent Red oder Cherry MX Silent Black. Mechanische Tastaturen mit diesen Schaltern sind jedoch unter 100 Euro selten zu finden.


Ferner sind optische Switches durch die Bauart bedingt in der Regel leiser als herkömmliche mechanische Schalter. Mehr über die Funktionsweise und Vorteile mechanischer Modelle erklären wir im Ratgeber Mechanische Tastaturen für Zocker: Alles, was man wissen muss. Eine weitere Möglichkeit, die Lautstärke bei mechanischen Modellen zu dämpfen, ist der Einbau sogenannter O-Ringe. Dabei handelt es sich um kleine Gummiringe, die man über den Schaltern unter die einzelnen Tasten legt.

























Es gibt verschieden Schutzklassen. Anhand derer kann man einschätzen, wie gut das Gerät den Kontakt mit Wasser übersteht. Hersteller können ihre Produkte für einen IP-Code („Ingress Protection“) zertifizieren. Dieser gibt an, wie gut es vor Staub und Wasser geschützt ist. Die erste Stelle steht dabei für den Schutz vor Staub und Schmutz, die zweite gibt den Schutzgrad gegen Wasser an. Eine Tabelle mit allen Schutzklassen zeigen wir in der Top 10: Wasserdichte Smartphones bis 400 Euro.


Spritzwassergeschützte Tastaturen verfügen in der Regel über die Schutzklasse IPX4. Das X verdeutlicht, dass kein Schutz vor dem Eindringen von Fremdkörpern gewährleistet ist. Die 4 steht für den Schutz vor Spritzwasser. Ferner gibt es die Schutzart für IPX5 gegen Strahlwasser sowie IPX7 gegen zeitweises Untertauchen (maximal 30 Minuten) in Süßwasser (bis in eine Tiefe von 1 Meter). Je höher die Schutzklasse, desto besser verkraftet das Keyboard Wasser. Bei IP68 gibt die 6 an, dass das Gerät vollständig vor Staub und Schmutz geschützt ist, die 8 erlaubt das dauerhafte Untertauchen der Tastatur unter Wasser. Zu beachten ist: Die Schutzklassen beziehen sich immer auf Süßwasser.


Nutzt man eine Tastatur mit IPX4-Zertifizierung, dann sollte man nicht ein ganzes Glas Wasser darüber schütten. Allerdings stehen die Chancen gut, dass die Eingabehilfe den Kontakt mit der Flüssigkeit überlebt. Wenn doch ein Malheur passiert, sollte man die Tastatur schnell abwischen und eine Weile umgedreht trocknen lassen. Noch sicherer wäre es, die Tastatur auseinanderzubauen und die Membran zum Trocknen herauszunehmen. Durch diesen Eingriff erlischt allerdings die Garantie. Eine Tastatur mit der Schutzklasse IPX7, IP67 oder IP68 kann man sogar kurz unter dem Wasserhahn abspülen.

























Das kabelgebunden Keyboard für jeden gängigen USB-Anschluss (Typ A) kostet knapp 18 Euro und setzt auf Scherenmechanik mit flachen Tasten. Wir haben sie seit einigen Wochen im Einsatz und sind sehr zufrieden mit der niedrigen Lautstärke. Eine Handballenauflage ist zudem vorhanden – das ist bei leiseren Modellen eher selten. Dadurch fällt sie mit 18 Zentimetern Tiefe deutlich größer aus als andere Keyboards dieser Art, die meistens zwischen 15,5 und 17 Zentimetern tief sind. Zwei ausklappbare Füße erlauben es, die Schreibgerät leicht zu erhöhen. Die Haptik und das Schreibgefühl überzeugen. Das Gehäuse ist zudem bis zu 60 Milliliter spritzwassergeschützt.



Der Anschlag ist sehr weich und angehen leise. Nach kurzer Zeit hat man sich an die Tastenanordnung gewöhnt. Bei normalem Tippen erreicht sie selten eine Lautstärke von mehr als 60 db. Nur wer sehr kräftig auf die flache Tastatur haut, kommt auf über 80 db – was dem Pegel eines lauten Gesprächs oder vorbeifahrendem Auto entsprechen kann. Wenn sich zwei Personen in einem Zimmer normal unterhalten, kommt man auf knapp 60 db.


Eine Funktionstaste zwischen Alt Gr und Strg auf der rechten Seite ist vorhanden. Diese erlaubt zusätzliche Funktionen, wie das Verstellen der Lautstärke, das Stoppen eines Videoclips oder Songs sowie Zugriff auf das Mailprogramm, den Taschenrechner oder die Windows-Suche. Alles in allem finden Käufer hier ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die aufgeklebte Beschriftung der Tasten wirkt allerdings nicht sehr beständig. Beleuchtete Tasten gibt es nicht.

























Die schnurlose Tastatur gibt es ausschließlich als Bundle mit Maus. Wir konnten sie bereits einige Zeit einsetzen und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Die Tastatur ist wirklich leise verglichen mit anderen zuvor benutzten Keyboards. Man kann sie beispielsweise im Wohnzimmer benutzen, ohne beim Tippen eine andere Person zu stören.



Der Tastenanschlag ist sehr gelungen und überzeugt mit einem ordentlichen Hub. Zudem ist die Combo aus Tastatur und Maus kabellos – und das bei einem Preis von weniger als 25 Euro. Überdies ist die Logitech MK295 spritzwassergeschützt. Nicht ganz so gelungen ist die Maus. Diese ist zwar ebenfalls geräuscharm, allerdings ist sie ziemlich klein und nicht ergonomisch.

























Das Membran-Modell für knapp 40 Euro ist kabelgebunden und verfügt über eine auffällige RGB-Beleuchtung. Wir kommen bei Messungen auf einen Lärmpegel von über 70 db bei starkem Tippen und 60 db bei zaghafter Verwendung. Beim vorherigen Modell von Cherry lag der Pegel bei knapp 80 db. Die Fähigkeit zum N-Key-Rollover erlaubt das gleichzeitige Drücken von über 6-Tasten. Dieses Feature nennt man auch Anti-Ghosting. Das macht die Chroma zu einer preiswerten Alternative für den Einsatz als leise Gaming-Tastatur macht.



Der leise Tastenanschlag vermittelt ein sicheres Gefühl beim Tippen. Anfangs fühlen sich die weichen Tasten etwas schwammig an. Nach kurzer Zeit gewöhnt man sich aber an die Bedienung. Zudem ist das Keyboard gegen Spritzwasser geschützt – eine IP-Zertifizierung liegt allerdings nicht vor. Sollte einmal ein Glas Wasser über die Tastatur kippen, überlebt das die Tastatur vermutlich in den meisten Fällen. Wir haben den Versuch gewagt – die leise Tastatur funktioniert noch. Wir warnen aber ausdrücklich vor der Nachahmung. Ungewöhnlich: Klim gewährt 5 Jahre Garantie auf die Tastatur. Die meisten anderen Hersteller bieten hier die üblichen 2 Jahre an. Die Beschriftungen und die Lackierung der Tasten nutzen sich jedoch nach knapp einem halben Jahr schon spürbar ab.

























Preiswerte Varianten unter den leisen kabelgebunden Modellen mit Spritzwasserschutz sind das Logitech K120 sowie Trust TK-150 für unter 10 Euro. Beide bieten einen leisen Anschlag und haben ein flaches Profil. Ein ähnliches, konventionelles Design nutzt das Cherry Stream Keyboard für knapp 20 Euro. Ebenfalls spritzwassergeschützt sind die Gaming-Tastaturen mit Rubberdome-Technik Corsair Gaming K55 RGB Pro sowie Razer Cynosa Lite.



Das Cherry Stream Keyboard gibt es zudem als Wireless-Variante und als Bundle mit Maus, mehr dazu im Testbericht. Ebenfalls kabellos und spritzwassergeschützt ist das Trust Ody Wireless Silent als Set mit Maus für 18 Euro sowie das Trust TK-350 Silent Wireless Keyboard für 20 Euro. Ab 40 Euro bekommt man mit dem Lenovo Professional Wireless Keyboard eine schlanke, leise und kabellose Tastatur mit Schutz vor Spritzwasser. Bei der Logitech K400 für 30 Euro handelt es sich um eine kabellose Chiclet-Version mit integriertem Touchpad. Dieses ersetzt den sonst üblichen Ziffernblock. Deutlich teurer ist die Logitech MX Keys mit einem Preis von 77 Euro, die aber aufgrund der leisen Switches und der Tastenbeleuchtung zu den gefragtesten Modellen in unserem Preisvergleich gehört.


Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann gleich zu einer wasserdichten Variante greifen. Sehr preiswert und in jedem Fall robust und absolut wasserdicht nach IP68 ist das LogiLink Flexible Waterproof Keyboard für 8 Euro. Dabei handelt es sich um ein Schreibgerät in Form einer Gummimatte – was etwas gewöhnungsbedürftig zum Schreiben ist. Damit vergleichbar ist die KeySonic ACK-109BL Fullsize Rubber Keyboard. Es gibt aber auch „normale“ Tastaturen, die nicht wasserscheu sind. Die Hama KC-600 für knapp unter 28 Euro ist nach IPX7 gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt. Die Cherry KC 1068 für knapp 50 Euro ist sogar nach IP68 komplett staub- sowie wasserdicht und kann so unter dem Wasserhahn abgespült werden. Dasselbe gilt für die KeySonic KSK-8031.

























Eine leise Tastatur kostet nicht die Welt. Bereits für knapp unter 20 Euro bekommt man gute kabelgebundene Lösungen, die dank leiser Tasten die Nerven der Kollegen oder Familienmitglieder schonen. Dank Spritzwasserschutz überstehen die meisten Modelle einen Unfall in Verbindung mit Wasser. Sehr überzeugt haben uns die leise Logitech K280e Pro sowie das schnurlose Modell Logitech MK295. Wer ein leises Modell mit bunten RGB-Leuchten sucht, findet bei der Klim Chroma eine spritzwassergeschützte Lösung für 40 Euro.



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