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Samsung Exynos 2200 vorgestellt: Die erste Smartphone-CPU mit neuer AMD-Grafik

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Samsung hat das System-on-Chip (SoC) Exynos 2200 für die nächste eigene Smartphone-Generation nun doch vorgestellt. Anstelle des groß angekündigten Events gibt es eine Mitteilung samt Produktseite. Dabei muss sich der Mobilprozessor auf dem Papier gar nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Auch Samsung setzt 2022 erstmals auf den erneuerten CPU-Befehlssatz ARMv9 mit einem Verbund aus drei unterschiedlichen Kerntypen: ein besonders flotter Cortex-X2 aus ARMs Prozessorbaukasten, drei Cortex-A710 als zusätzliche Performance-Kerne und vier effiziente Cortex-A510. Auf die gleiche Konfiguration setzt Qualcomm beim Snapdragon 8 Gen 1 und MediaTek beim Dimensity 9000. Mit dem Qualcomm-Modell teilt sich Samsung auch die hauseigene Fertigungstechnik mit 4-Nanometer-Strukturen. MediaTek setzt hingegen auf TSMCs 4-nm-Prozess.

In der Benchmark-Datenbank von Geekbench lassen sich angebliche Vorabergebnisse finden, die einen Blick auf die CPU-Leistung des Exynos 2200 gewähren sollen. Das SoC verbirgt sich demnach hinter dem kryptischen Namen „s5e9925“ – beim SM-S908B soll es sich um das kommende Galaxy S22 handeln. Mit 1109 Punkten im Singlethreading-Test und 3534 Punkten im Multithreading-Test läge Samsung erneut etwas hinter dem Snapdragon 8 Gen 1 (etwa 1240/3840 Punkte).

In den Vordergrund rückt beim Exynos 2200 allerdings die ungewöhnliche Grafikeinheit, deren RDNA-2-Architektur Samsung von AMD lizenziert hat. Bisher kam diese ausschließlich bei den Radeon-Grafikkarten der Baureihe RX 6000 und den SoCs der Playstation 5 sowie Xbox Series X und S zum Einsatz. Notebooks mit den neuen Rembrandt-Kombiprozessoren (Zen 3 + RDNA 2) erscheinen in den kommenden Monaten.

In Samsungs Mitteilung ist nun die Rede von der „ultimativen Smartphone-Gaming-Erfahrung“. Die Firma nennt die GPU Xclipse 920, ohne jedoch auf deren Spezifikationen einzugehen. Lediglich beim Funktionsumfang wird betont, dass die Grafikeinheit Raytracing-Grafikeffekte beschleunigen kann und Variable Rate Shading (VRS) beherrscht. VRS erhöht in Spielen die Bildrate, indem mehrere Pixel bei simplen Oberflächen zu Blöcken zusammengefasst und die Farbabstufungen gemeinsam berechnet werden.

Zur Anzahl der Shader-Kerne, den Taktfrequenzen und der Breite des LPDDR5-Speicher-Interfaces gibt es derweil keine Angaben. Gerüchten zufolge hat Samsung Probleme, bei der GPU des Exynos 2200 die anvisierten Taktfrequenzen nahe der 2 GHz bei passabler Wärmeentwicklung zu erreichen.

Zu den weiteren Verbesserungen des Exynos 2200 zählen ein aufgemotzter Bildprozessor und eine stärkere Neural Processing Unit (NPU), die außer INT16 und INT8 jetzt auch das Datenformat FP16 zum Ausführen fertig trainierter neuronaler Netze beherrscht. Der integrierte Codec-Block de- und enkodiert Videos in 8K-Auflösung mit H.265 (HEVC) und VP9. Mit AV1 kann das SoC ausschließlich dekodieren, etwa hochauflösende Youtube-Videos. Ein schnelles 5G-Modem integriert Samsung direkt in das SoC.

Laut Samsung befindet sich der Exynos 2200 in der Massenproduktion. In welchen Geräten er sitzen wird, schreibt der Hersteller nicht – auf das Galaxy S22 lässt man sich nicht festnageln. Sollte die Hitzeentwicklung zu stark sein, wäre auch ein Fokus auf ARM-Notebooks denkbar.


(mma)

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