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Sprachen lernen mittels App: Deutsche fallen leicht zurück

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Die Sprachlern-App Duolingo hat ihren Jahresbericht 2021 veröffentlicht. Die Deutschen sind demnach im Jahr 2021 nicht mehr die fleißigsten Sprachlerner weltweit geblieben. Sie wurden von Menschen in Tschechien, Japan und Weißrussland überholt.

Besonders beliebt sind laut dem Unternehmen weiterhin asiatische Sprachen. Zudem soll die Coronavirus-Pandemie das Lernen von Sprachen noch auf andere Weise verändert haben: Weniger Menschen hätten aufgrund von Reiseplänen fremde Sprachen studiert, sondern mehr Lust daran gefunden, die Sprachen zu lernen, die mit ihrer Familie oder Kultur in Verbindung stehen. Dadurch sei die Auswahl auch vielfältiger geworden.

Weshalb die Deutschen 2021 nicht mehr so eifrig Sprachen via Duolingo gelernt haben, beantwortet der hauseigene Bericht leider nicht. Nur ein kleiner lakonischer Hinweis am Anfang des Berichts könnte einen Hinweis geben: Einer der meistgenutzten Sätze soll 2021 „Ich bin geistig erschöpft“ gewesen sein.

Die Top-Fünf aus dem Jahr 2020 – Deutschland, Japan, Ungarn, Tschechien und Polen – wurde 2021 etwas durchmischt. Tschechien landete auf Platz eins, darauf folgen Japan, Weißrussland, Deutschland und Ungarn. Dass Weißrussland statt Polen in die Top-Fünf aufgerückt ist, könnte auf Zusammenhänge mit politischen Konflikten hinweisen. Das Unternehmen rechnete für seine Platzierungen die Zahl der meisten abgeschlossenen Lerneinheiten pro Lernendem in Fleiß um.

Das Lernen von Sprachen via Sprachlern-App erfuhr mit Beginn der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr 2020 einen ordentlichen Schub. Schon zu dieser Zeit sollen Japanisch und Koreanisch als zu lernende Sprachen ein besonderes Wachstum gezeigt haben, dies setzte sich laut Duolingo 2021 fort.



(Bild: Duolingo)

Japanisch sei durch diese Steigerung nun auf Platz fünf der populärsten Sprachkurse weltweit aufgerückt. Koreanisch ist mittlerweile auf Platz sieben. Während Japanisch besonders in den USA und Großbritannien mehr gelernt werde, stoße Koreanisch in Brasilien, Deutschland, Indien und Mexiko auf wachsendes Interesse. Chinesisch, das im Jahr 2020 noch auf dem zehnten Platz der populärsten Sprachen von Duolingo rangierte, habe mittlerweile Russisch und Portugiesisch überholt und stehe inzwischen weltweit auf dem achten Platz. Zu den populärsten Sprachen, die weltweit gelernt werden, gehören allerdings immer noch Englisch, Spanisch und Französisch, Deutsch landet auf Platz vier.

Wie Duolingo erklärt, zeige sich aber eine wachsende Vielfalt beim Sprachenlernen. 2016 habe es sieben Sprachen gegeben, die es in den verschiedenen Ländern auf den ersten Platz schafften, mittlerweile sind es zehn.

Mit der Coronavirus-Pandemie haben sich laut Duolingo auch die Gründe für das Sprachenlernen verändert. Weniger die Reiselust hätte das Interesse an anderen Sprachen geweckt, sondern die Auseinandersetzung mit Kultur oder Familie. 70 Prozent der Befragten, die innerhalb der Pandemie Sprachkurse begonnen haben, gaben als Grund Abstammung, Kultur oder familiäres Erbe an. 94 Prozent der Menschen, deren Familiensprache oder indigenes Erbe gefährdet sei, erklärten, dass sie sehr interessiert daran seien, diese Sprachen zu lernen. Dass unter anderem Walisisch seit vielen Jahren in Großbritannien gerne gelernt wird, könnte diesen Effekt belegen. Duolingo verzeichnete aber beispielsweise auch einen signifikanten Zuwachs beim Lernen der indigenen Sprache Guaraní in Paraguay. Außerdem sei das Interesse an asiatischen Sprachen eher geprägt durch das Interesse an der Kultur, während für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch diese Begründung weniger häufig genannt wurde.

Für den Bericht wurden Daten herangezogen, die zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. September 2021 erhoben wurden. Die Daten wurden pro Land oder gelernter Sprache aggregiert. Es lagen Daten von über 500 Millionen Lernenden vor. Duolingo bietet 40 verschiedene Sprachen in mehr als 100 verschiedenen Kursen an.


(kbe)

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