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Steigende Nachfrage von Firmenkunden beschert Intel mehr Umsatz als je zuvor

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Intel hat seine Umsätze sowohl im vierten Quartal 2021 als auch im kompletten letzten Jahr erneut steigern können. Dies lag vorwiegend an guten Geschäften mit Produkten für Rechenzentren. Allerdings gingen die Gewinne zurück, denn die Betriebsausgaben steigen. Trotzdem wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, die für das vergangene Quartal mit einer Milliarde US-Dollar weniger Umsatz gerechnet hatten.

Der Marktführer bei Computerchips verzeichnete im vierten Quartal 2021 einen im Jahresvergleich drei Prozent höheren Umsatz von 20,5 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn ging gleichzeitig um 21 Prozent zurück auf 4,6 Milliarden Dollar. Wie im vergangenen Quartal konnte Intel durch Steuertricks einen niedrigeren Steuersatz erreichen. Dieser sank im Jahresabstand von 21,8 auf zuletzt nur noch 11 Prozent. Ansonsten wären die Gewinne noch weiter zurück gegangen.

Umsatz und Bruttomarge waren in den letzten drei Monaten allerdings höher als zunächst von Intel selbst prognostiziert. Der Chiphersteller hatte zuvor mit 19,2 Milliarden Dollar Umsatz und einer Bruttomarge von 51,4 Prozent gerechnet. Letztere war mit 53,6 Prozent letztendlich höher als erwartet, wie Intel erklärte, aber immer noch niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als die Bruttomarge bei 56,8 Prozent lag und die starke Notebook-Nachfrage Intel zu einem Umsatzrekord verhalf.

Im Gesamtjahr 2021 konnte Intel seinen Umsatz im Jahresvergleich etwas steigern – von 77,9 Milliarden 2020 auf zuletzt 79,0 Milliarden Dollar. Auch hier sanken die Gewinne, nämlich um 5 Prozent von zuvor 20,9 Milliarden auf nun 19,9 Milliarden Dollar. Grund dafür sind auch hier die insgesamt höheren Betriebsausgaben, die die operative Marge von 30,4 im Vorjahr auf zuletzt 24,6 Prozent gedrückt haben – 5,8 Prozentpunkte weniger.

Größter Umsatzbringer ist weiterhin der PC-Bereich Intels, obwohl der Umsatz hier im letzten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zurückging. Bemerkenswert ist, dass Intels Umsätze mit Notebookprodukten um 16 Prozent gesunken, aber im Desktopbereich um 19 Prozent gestiegen sind. In diesem Bereich verzeichnete der Konzern 18 Prozent niedrigere Verkaufsmengen, auch aufgrund der weltweiten Lieferschwierigkeiten, während die durchschnittlichen Verkaufspreise anzogen – sowohl im Desktop- als auch im Notebookbereich. Im gesamten Jahr 2021 ist der Umsatz mit Intels PC-Produkten aber um ein Prozent gestiegen gegenüber 2020.

Im Rechenzentrumsbereich war die Umsatzentwicklung dagegen genau umgekehrt: Im letzten Quartal sind die Einnahmen im Jahresabstand um 20 Prozent gestiegen, aber im Gesamtjahr um ein Prozent gesunken. Beim Internet der Dinge (IoT) verzeichnete Intel Umsatzzuwächse sowohl im Quartal als auch im Gesamtjahr von jeweils über 30 Prozent. Mobileye, das optische Erkennungssysteme für Fahrzeuge anbietet, hat im jüngsten Quartal einen Umsatzanstieg von 7 Prozent und im gesamten letzten Jahr ein Umsatzplus von 43 Prozent verbucht. Im Laufe dieses Jahres will Intel Mobileye an die Börse bringen.

Für das laufende erste Quartal 2021 erwartet Intel Umsatz in Höhe von 18,3 Milliarden Dollar. Das wären 8,5 Prozent weniger als im ersten Quartal 2020, als Intel 20 Milliarden Umsatz erzielen konnte, ist aber immer noch höher als die von Analysten prognostizierten 17,6 Milliarden Dollar, wie CNBC anmerkt. Da gleichzeitig ein höherer Steuersatz erwartet wird (25 statt 15 Prozent 2021), dürfte auch der Gewinn niedriger ausfallen.

Intel-Chef Pat Gelsinger, der seit knapp einem Jahr das Unternehmen leitet, erklärte im Rahmen der Vorstellung der Finanzzahlen, dass die kommende Prozessorbaureihe Sapphire Rapids im Plan liege. Im Juni 2021 hatte Intel Sapphire Rapids auf 2022 verschoben, aber die Auslieferung der neuen Serverprozessoren soll noch in diesem Vierteljahr anlaufen und die Produktion im Laufe des nächsten Quartals hochgefahren werden.

Die Börse reagierte skeptisch auf Intels Ergebnisse und Ausblick. Die Intel-Aktie gab im nachbörslichen Handel um 2,8 Prozent nach, nachdem das Papier vor der Bekanntgabe der Finanzzahlen noch um etwas mehr als ein Prozent gestiegen war.


(fds)

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