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Überwachung: Amazons Geschäft mit der Angst

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Anfang Mai 2020, einige Stunden vor Sonnenaufgang, verhafteten vier Polizeibeamte einen Mann, der in das Haus von Gemma Smith in Cape Coral, im Südwesten Floridas, eingebrochen war (Name von der Redaktion geändert). Das Haus war den Polizisten bereits bekannt: Es war das zweite Mal innerhalb von sechs Monaten, dass sie zu Gemma Smith gerufen wurden. Der Einbrecher war Smiths Ex-Freund. Nach einer 15-jährigen On-Off-Beziehung, in der er sie körperlich und seelisch misshandelt hatte, verband sie mit ihm noch ihre gemeinsame kleine Tochter.

Ihr Ex behauptete, er sei durch ein Fenster eingestiegen. Doch dank eines Programms zur Bekämpfung häuslicher Gewalt in der Stadt an der Südwestküste Floridas hatte Smith eine Amazon-Ring-Kamera an ihrer Türklingel. Das Video zeigte, wie sich der Verdächtige mit einem Schlüssel – von dem sie bis dahin nichts wusste – Zutritt zu ihrem Haus verschaffte. Da sie eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirkt hatte, beschlagnahmten die Polizisten den Schlüssel und nahmen den Ex fest. Smith schickte ihnen die Aufnahmen der Ring-Kamera, die sie nutzten, um Anklage wegen Einbruchs und Verstoßes gegen die einstweilige Verfügung zu erheben.

Als Ring vor acht Jahren mit einer Crowdfunding-Kampagne an den Start ging, war der Markt für Heimüberwachungssysteme und Videotürklingeln quasi nicht existent. Ring hat ihn erobert: Das Geschäftsanalytik-Unternehmen Strategy Analytics schätzt, dass Ring im Jahr 2020 weltweit 1,4 Millionen Geräte verkauft hat – so viel wie die größten vier Konkurrenten zusammen. Ring lockt viele Verbraucher mit dem Marketingargument, dass die Kameras die Kriminalität verringern können, indem sie Veranden, Einfahrten und – oft auch – Passanten im Auge behalten.


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