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Upcycling Android: Initiative für Wechsel auf freie Smartphone-Software

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Immer dreht sich alles nur ums Einkaufen – sei es zu Black Friday, Weihnachten oder Ostern. Doch wieso nicht einfach mal Reparieren und Weiterverwenden statt immer Neues zu kaufen? Darum dreht sich unsere Artikelserie „Reparieren und Upcycling“.

Mit der Initiative „Upcycling Android“ will die Free Software Foundation Europe (FSFE) den Nutzern von Android-Smartphones schmackhaft machen, sich von dem Google-System zu trennen und auf freie Software umzusteigen. Anlässlich der laufenden „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ will die FSFE dazu beitragen, Elektroschrott zu vermeiden, Ressourcen zu sparen und Mobiltelefonen ein längeres Leben zu ermöglichen. Das Bundesumweltministerium und das Umwelt-Bundesamt unterstützen das Upcycling-Projekt finanziell.

„Jedes Jahr produzieren Hersteller weltweit 1,5 Milliarden Handys“, erläuterte die FSFE am Donnerstag. Leider würden wahrscheinlich fast genauso viele „nach einer oft kurzen Nutzungsdauer weggeworfen“. Dies sei immer mehr auf geplante „Software-Obsoleszenz“ zurückzuführen. Verbraucher stünden deswegen vor dem Dilemma, entweder neue Hardware zu kaufen oder mit veralteten Programmen zu leben. Die Umweltfolgen dieser kurzen Hardware-Nutzungszeit könnten verheerend sein.

Mit Upcycling Android will die FSFE zeigen, wie Android-Telefone mit freien Betriebssystemen bespielt werden können. Als Beispiele nennt sie unterschiedliche Custom-ROMs: CalyxOS, das einen Schwerpunkt auf Sicherheit lege und mit verifiziertem Bootsystem komme. LineageOS konzentriere sich darauf, auf so vielen Geräten wie möglich lauffähig zu sein. Replicant wiederum lege den Schwerpunkt auf Offenheit und verzichte ganz auf proprietäre Software. Dazu gebe es weitere offene Angebote wie F-Droid und MicroG, die den Abschied vom Play Store und anderen Google-Diensten vereinfachten.

Wenn ein Smartphone keine Software-Updates mehr von der Herstellerfirma erhalte, lasse es sich einfacher auf dem neuesten Stand halten, betonen die Aktivisten. Wenn die Geräte weiter benutzt würden, schone das die Umwelt und habe „viele weitere Vorteile“. Mit freier Software erhielten Verbraucher zudem „die volle Kontrolle“ über ihr Handy und genössen einen erweiterten Datenschutz. Doch ganz so einfach ist das nicht.

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Die FSFE erklärt Upcycling


(Quelle: Free Software Foundation Europe)

„Einige Telefone sind leichter zu upcyceln als andere“, räumt die FSFE ein – manche auch gar nicht. Das liege daran, dass die Hersteller es den Nutzern schwer machten, andere Betriebssysteme aufzuspielen. Um ein Custom-ROM installieren zu können, müssen Smartphones in der Regel zwar nicht mehr „gerootet“, aber zumindest der Bootloader entsperrt werden. Bei solchen Manipulationen des Geräts erlischt bei den meisten Herstellern die Garantie.

„Bitte beachte: Sei erstmal vorsichtig, wenn du neu auf dem Gebiet bist und zum ersten Mal ein neues Betriebssystem auf deinem Gerät installierst. Überstürze nichts. Einige Schritte könnten kompliziert sein. Nimm dir die Zeit“, warnt die FSFE und betont, dass sie „keine Online- oder Fernhilfe anbieten“ könne. Interessierte sind aber eingeladen, an einem Workshop teilzunehmen.

Eine Übersicht über verfügbare Android-Alternativen und die für das Aufspielen eventuell erforderliche Frickelei gibt es bei „tipps+tricks“.


(vbr)

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