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US-Planetenforschung: „Höchste Priorität“ für Uranus-Sonde gefordert

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Die Vorbereitung einer ersten Sonde zur direkten Erforschung des Uranus sollte in den kommenden zehn Jahren höchste Priorität haben, eine zur Suche nach Leben auf dem Saturnmond Enceladus auf Rang zwei folgen. Das sind die wichtigsten Forderungen des zweiten Teils des jüngsten „Decadal Survey“ der Dachorganisation der US-Wissenschaftsakademien. Für diesen wurden erneut Vorschläge von Forscherinnen und Forschern zusammengetragen, um die weitere Richtung wichtiger Grundlagenforschung in den USA vorzugeben. Nach den im Herbst veröffentlichten Forderungen für die Astronomie geht es auf 800 Seiten nun um die Erforschung des Sonnensystems.

Die vorgeschlagene Mission „Uranus Orbiter and Probe (UOP)“ sollte zwischen 2023 und 2032 mit höchster Priorität vorangetrieben werden, heißt es in dem Bericht. Rechtzeitig gestartet könnte sie auf dem Flug zum Uranus 2031 und 2032 am Jupiter Schwung holen, später wären Vorbeiflugmanöver im inneren Sonnensystem nötig. Am Uranus angekommen sollte sie dann dessen Geschichte und Zusammensetzung erforschen – sowohl aus dem Orbit als auch direkt vor Ort mittels einer mitgebrachten kleineren Sonde. Der Uranus gleicht einer besonders häufig gefundenen Klasse von Exoplaneten und die Mission könnte deswegen auch viele Fragen dazu beantworten. Bislang wurde der Uranus nur von einer einzigen Sonde besucht, Voyager 2 raste 1986 aber lediglich vorbei.

An zweiter Stelle wird in dem Bericht der Vorschlag für einen Orbiter und Lander für den Saturnmond Enceladus geführt, unter dessen Eisschicht Leben existieren könnte. Die Mission sollte so vorbereitet werden, dass sie in den frühen 2050er-Jahren vor Ort ankommt, dann wäre die Südpolregion besonders gut beleuchtet. Vorgeschlagen werden außerdem ein Orbiter plus Lander für einen Asteroiden zwischen Jupiter und Neptun, eine Mission zur Probenentnahme auf einem Kometen, eine Saturnsonde, ein Orbiter für den Saturnmond Titan und ein Venus-Lander. Die Erforschung des Mars sollte weitergehen und auf die eisigen Regionen ausgeweitet werden. Im Bereich planetare Verteidigung sprechen sich die Autoren und Autorinnen für die weitere Suche nach gefährlichen Objekten und die Vorbereitung einer Abwehrsonde aus.

Für den „Decadal Survey“ trägt die National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine alle zehn Jahre „wissenschaftliche Prioritäten, Möglichkeiten und Finanzierungsvorschläge“ zusammen, denen oft gefolgt wird. Neben dem für Astronomie und Astrophysik, der im Herbst vorgestellt worden war, gibt es noch einen zur Erforschung der Erde und den jetzt publizierten für Planetenforschung. Im vorigen waren mit höchster Priorität ein weiterer Mars-Rover und eine Sonde zum Jupitermond Europa gefordert worden. Beiden wurde mit dem Rover Perseverance und der Sonde Europa Clipper nachgekommen. Letztere soll 2024 starten. Die Uranus-Sonde stand vor zehn Jahren auf Platz drei und ist jetzt nach oben gerutscht.


(mho)

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